Amphetamine, Speed, Speed und Sex

Speed wirkt extrem aufputschend und macht wach

Amphetamin (alpha-Methylphenethylamin), auch „Speed“ genannt, ist ein weißes Pulver, machmal eine weiß gelbliche Paste, welche in der Regel gesnieft wird.

Aufgrund seiner stimulierenden Wirkung ist Amphetamin eine häufig missbrauchte Droge, die auf dem Schwarzmarkt meist unter den Namen Speed, Pepp oder „Amphe“ (Ampfe) angeboten wird. In dem unter Schwarzmarktbedingungen erworbenen Speed schwankt der Amphetamingehalt erheblich. In den von EVE and RAVE zur Analytik gegebenen Untersuchungsproben (Zeitraum 1996) bewegte sich der Amphetamingehalt zwischen 11 % und 83 %. Dadurch kann es schnell zu einer gefährlichen Überdosierung kommen.

Dosierung von Amphetamin

Die Dosierung von absolut reinem Amphetamin (alpha-Methylphenethylamin) liegt bei etwa 5-10 mg pro Konsumeinheit. Da Speed (Amphetamin) allerdings so gut wie immer gestreckt ist, wird es in der Regel höher dosiert. User berichten (bei illegal erworbenem „Straßenspeed“) von Konsumeinheiten bis zu 100 mg. Die niedrigste publizierte letale Dosis beim Menschen liegt bei 1,3 mg/kg Körpergewicht (Quelle:Wikipedia).

Nachweiszeiten für Speed/Amphetamine

akute Wirkungsdauer: 2 – 5 Stunden
Nachweisbarkeit im Blut: 6 Stunden
Nachweisbarkeit im Urin: 1-4 Tage (ph-abhängig)

Geschichte und Herkunft der Amphetamine

Amphetamin wurde erstmals 1887 synthetisiert und kam 1930 als Arzneimittel gegen Schnupfen auf den Markt. Die Beobachtung seiner psycho-stimulierenden Wirkung führte 1934 zur Synthese des noch stärker stimulierenden und länger wirkenden Methamphetamin. Dieses wurde unter der Handelsbezeichnung „Methedrine“ zunächst gegen Leistungsschwäche und Lungenerkrankungen angewendet.

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speed

Amphetamine wurden bis Mitte der vierziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts für etwa 40 medizinische Indikationen zugelassen. Während des Zweiten Weltkriegs wurden Amphetamine in großen Mengen hergestellt und vor allem wegen ihrer aufputschenden und schlafverhindernden Wirkung vorwiegend von Soldaten konsumiert. Ende der 40er Jahre waren sie zunächst vor allem unter Lastwagenfahrern und Studenten verbreitet, fanden aber in den folgenden Jahrzehnten immer weitere Konsumentengruppen, später dann vor allem in der Disko- und Partykultur der neunziger Jahre.

Chemische Variation der Amphetamine

Kath
Kath

Häufig handelt es sich bei der Produktion von Amphetamin um chemische Variationen der Cathinon-Gruppe (wie z. B. Methylon und Ephedron). Cathinon ist der psychoaktiv stimulierende Wirkstoff des Kath-Strauchs. Kath, auch Kat, Qat, Khat, ist eine Alltagsdroge im Jemen, sowie in Äthiopien, Somalia und Dschibuti. Es handelt sich dabei um die Zweigspitzen und jungen Blätter des Kathstrauchs, die als leichtes Rauschmittel konsumiert werden. Von ihrer anregenden Wirkung her sind sie vergleichbar mit Koffein.

Die Amphetamin-Synthese: Spiegelmoleküle

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Amphetamin (alpha-Methylphenethylamin) wird zumeist durch Kondensation und durch Reduktion – zum Beispiel von Norephedrin oder Phenylaceton/P2P – hergestellt. Es gibt eine Vielzahl möglicher, gut dokumentierter Synthesewege. (siehe: „Secrets of Methamphetamine Manufacture“ oder „PIHKAL“)

Wärend der Synthese im Allgemeinen, kommt es manchmal zu einem bestimmten Phänomen: wenn das Amphetamin-Molekül im 3-Dimensionalen Raum synthetisiert, bilden sich Spiegelmoleküle. Identisch, aber gespiegelt – sie können nicht übernandergelegt werden. Also besitzt alpha-Methylphenethylamin ein so genanntes Stereozentrum. Dort befindet sich der Punkt an dem das Molekül „gespiegelt“ werden kann. Es sind also 2 verschiedene Syntheseprodukte( eine sehr abstrakte Geschichte mit einfachen Bildern).

So besitzt man nun zwei „Schlüssel“, im komplexen Neurotransmitter-System, zum ausprobieren. Daher existieren zwei „Enantiomere„, einmal das Dexamphetamin und das Levamphetamin, mit jeweils etwas unterschiedlichen Wirkprofilen. D-Amphetamin hat – z.B – ungefähr die doppelte psychoaktive Wirksamkeit gegenüber dem L-Amphetamin.

Das selbe Phänomen erleben wir zur Zeit bei der Synthese der verschiedenen LSD-Analoga, wie dem 1cP-LSD oder dem 1P-LSD. Schon Albert Hofmann beschrieb vier Varianten des LSD’s, die chemisch fast identisch sind, sich aber zueinander wie Bild und Spiegelbild verhalten. Dabei stellte er fest, dass von den vier unterschiedlichen Varianten nur das 5R, 8R-LSD psychedelisch aktiv sind. Aktuell sorgt das 2015 erstmals synthetisierte 1 – Propionyl-LSD (1P-LSD) für Aufsehen.

Amphetamine und Neurotranmitter

Amphetamin bewirkt die Freisetzung der natürlichen Neurotransmitter Noradrenalin und Dopamin. Es bindet auch etwa gleichermaßen Dopamin (DA) und Noradrenalin (NA) und wirkt dann dort als Wiederaufnahmehemmer. Eine wesentliche Ausschüttung von Serotonin – wie etwa beim MDMA – wurde nicht festgestellt. Eine Tatsache, die – bei näherer Betrachtung – die Erkenntnisse der Welchselwirkung zwischen MDMA und Amphetamin, bei Mischkonsum, vertieft und nachvollziehbar macht.

Außerdem hemmt Amphetamin die Monoaminooxidase (MAO). Ist also ein „MAO-Hemmmer„.

Die Wirkung von Amfetaminen

Als Rauschmittel ist Amphetamin aufgrund seiner Wirkungen wie Unterdrückung von Müdigkeit oder der Steigerung des Selbstwertes vor allem in der Partyszene verbreitet. Speed stimuliert das zentrale Nervensystem. Es wirkt ähnlich aufputschend wie das körpereigene Adrenalin.

Speed fokussiert sehr stark die Aufmerksamkeit – auch auf ein Thema. Dieses wird dann mit Leichtigkeit und Genuß über Stunden hinweg betrachtet, (weiter)entwickelt und kennengelernt. Manchmal verliert man sich regelrecht in einer Materie und vergisst dabei die Zeit.

Nicht unerwähnt bleiben sollte aber an dieser Stelle der Laberflash. Dieses Phänomen wird – früher oder später – von nahezu jedem entdeckt: Der absolute Wirkstoffgehalt im Körper ist so hoch, dass der Betroffene es nicht mehr schafft, seine verbalen Äusserungen einer unauffälligen Kontrolle zu unterziehen und gegebenenfalls einfach mal nichts zu sagen.

Dies sind Momente, die anstrengend sein können und jeder der Anwesenden weiß, was los ist und das letztlich niemand davor gefeit ist. Solch ein „Laberfflash“ kann auch mal 6 Stunden dauern und gibt dabei tiefe Einblicke in Psyche des Gegenübers. Das kann etwas anstrengend sein, wenn man nicht Derjenige ist, welcher spricht.

Die Wirkung ist u. a. abhängig von der Dosis, der Konsumform, dem Wirkstoffgehalt, eventuell enthaltenen Streckstoffen sowie von Set (z. B. psychische und körperliche Verfassung, Gewöhnungseffekte) und Setting (Umfeld) des Users.

Allgemein wirkt Speed extrem leistungssteigernd, euphorisierend, macht wach und unterdrückt das Hungergefühl. Es fördert den Rededrang und es wird sehr schwierig, ruhig zu bleiben. Die Gedanken rasen durch den Kopf und man kommt sich vor wie bei hoher Geschwindigkeit auf einer Autobahn. Daher wohl auch der Name „Speed“.

Speed stimuliert das zentrale Nervensystem. Es bewirkt vor allem die Ausschüttung der Botenstoffe Adrenalin, Noradrenalin und Dopamin im Gehirn.

Bei Menschen mit ADHS (Aufmerksamkeits-Defizit-/Hyperaktivitäts-Syndrom) ist diese Wirkung allerdings meist gegenteilig. Sie reden eher weniger und werden ruhig. In der Behandlung verwendet man allerdings das sogenannte „Ritalin“ (Methylphenidat), welches aktuell auch außerhalb der ärztlich verordneten Notwendigkeit im Rahmen des „Neuro-Enhancement“ zur Leistungssteigerung verwendet wird. Siehe auch: Neuro-Enhancement

Nebenwirkung von Speedkonsum

Bei dauerhaftem Konsum oder hoher Potenz der Substanz können Amphetamine erhebliche, auch unerwünschte Nebenwirkungen auslösen:

Eine Schwächung des Körperabwehrsystems durch mangelnde Zufuhr von Mineralien/Vitaminen kann eintreten und zu Infektionsanfälligkeit führen. Außerdem kann die starke Herzbelastung zu einer Blutdruckerhöhung führen. Es kann weiterhin zu ständiger Unruhe, Schlaf- und Kreislaufstörungen, Paranoia bis hin zur Amphetamin-Psychose kommen.

Speed/Amphetamine und Sex

Sex mit Speed: Amphetamine wirken bei Fokussierung auf den Körper auch stark auf die Libido (Sexualität). Die instinkthaften Triebe können geweckt werden und einen zeit- und raumvergessen sexuelle Begierden ausleben lassen. Die Empfindung ist rudimentär und kalt, aber extrem intensiv. Wer einmal so richtig in diesen Amphetamin-Rausch auf sexueller Ebene hineingerutscht ist, wird bemerken, wie schwer es ist da wieder rauszukommen. Oft bringt man den Körper an seine Grenzen und findet dann ein Ende, wenn die Reserven vollkommen erschöpft sind.

Speedkonsum bei Männern und Frauen

Bei Männern können bei zu hohem Konsum Errektionsschwierigkeiten auftreten, welche aber nach Abklingen der Substanzwirkung ebenfalls nachlassen. Bei höherer Dosierung oder hohem Reinheitsgehalt kann es bei Männern wie auch bei Frauen unter Umständen sehr lange dauern, bis es zu einem Orgasmus kommt.

Durch regelmäßige Kombination von Sex und Speed kann es zu einer Konditionierung (Gewöhnung) kommen, welche dazu führen kann, sexuelle Erregung nur noch mit gleichzeitigem Amphetaminkonsum empfinden zu können. Das gilt übrigens auch speziell für GHB/GBL.

Speed- / Amphetamin-Wirkung speziell bei Frauen

Für Frauen ist aufgrund ihrer Physiologie auf besondere Wirkungen dieses Substanzgebrauchs zu achten. Es können Menstruationsbeschwerden (Schmerzen) verstärkt oder vermindert werden und die Periode kann sich verschieben oder auch ganz ausbleiben. Das muss aber nicht unbedingt bedeuten, dass man unfruchtbar ist, also nicht schwanger werden kann!

Durch die appetitzügelnde Wirkung wird Speed gerade von Frauen gern zur Gewichtsabnahme verwendet, wobei darauf zu achten ist, dass außerdem die Brust kleiner werden kann, da extrem an der kompletten Körpersubstanz gezehrt wird. Ebenfalls durch die mangelnde Zufuhr von wichtigen Nährstoffen können die Haut unrein und schlaff, Fingernägel und Haare brüchig werden.

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