Die Legalisierung von Cannabis rückt näher!

Die Herausforderungen am Beginn dieser neuen Entwicklung

Hans Cousto

Die Regierungsparteien der Ampelkoalition wollen eine legale und kontrollierte Abgabe von Cannabisprodukten wie Haschisch und Marihuana in Deutschland realisieren. Dafür braucht es geschultes und fachkundiges Personal. Theorie und Praxis müssen erlernt werden. In der Ausbildung des Bereiches Theorie fallen Themen wie Botanik, Inhaltsstoffe, Pharmakologie, Wirkstoffe, THC-CBD-Ratio, Anwendung, Dosierung, Streckmittel, Nachweisbarkeit im Körper, Gesundheitliche Risiken und mögliche Langzeitfolgen, Cannabisabhängigkeit und anderes mehr.

Zu einer guten Beratung gehört auch das Erfahrungswissen des Personals. Das sollte zum Beispiel den Unterschied in Geschmack, Geruch und Wirkung zwischen einem schwarzen Afghanen und Charras aus Simla kennen und erläutern können. In einem Fachgeschäft für Weine erwartet man ja auch, dass der Verkäufer einem den Unterschied zwischen einem Fendant (Gutedel) und einem Silvaner oder Grauburgunder erklären kann oder die Besonderheiten von Rotweinen wie einem Pinot Noir (Spätburgunder), einem Merlot oder Cabernet Sauvignon näher bringen kann. Da der Erwerb und Besitz von Haschisch und Marihuana derzeit in Deutschland noch verboten ist, gibt es zur Zeit noch keine Möglichkeit, dass das zukünftige Verkaufspersonal von Cannabisprodukten sich in der Praxis der Cannabiskultur einarbeiten kann. Deshalb sollte die Cannabislegalisierung schrittweise erfolgen, damit sich das zukünftige Verkaufspersonal sich in der Cannabiskultur einarbeiten kann.

Zukunftsperspektiven: Überlegungen zu den Details einer kontrollierten Abgabe

Realistisch und vernünftig wäre es als erstes die Legalisierung des Besitzes einer bestimmten Menge von Cannabisprodukten, beispielsweise 30 Gramm, was ungefähr einer Unze (28,3495 Gramm) entspricht. In vielen US-Bundesstaaten hat man sich bei der Legalisierung auf diese Menge geeinigt, in manchen US-Bundesstaaten wurde die Menge auf 2 Unzen erhöht. Es gab Zeiten, da stuften einige Bundesländer auch 30 Gramm als sogenannte Grenze zur „geringen Menge“ ein. Unter dieser Voraussetzung könnte das zukünftige Verkaufspersonal sich auch in die Praxis der Cannabiskultur einarbeiten.

Damit die Cannabisprodukte auch legal produziert werden können, sollte der Eigenanbau und der Kauf von Samen legalisiert werden. Wie in vielen US-Bundesstaaten sollte man 4 bis 10 Pflanzen (davon die Hälfte mit Blüten) pro Person erlauben. Und für die Personen, die zu Hause wegen ihren Kindern keine Cannabispflanzen haben wollen (Jugendschutz), sollten Cannabis Scocial Clubs ermöglicht werden. Dort wird Wissen vermittelt und dort findet auch ein kultureller Austausch statt. Und vor allem wird dem Schwarzmarkt auf diese Weise viel Kundschaft entzogen, so dass auf dem Schwarzmarkt weniger Umsatz gemacht wird.

Damit die Leute auch wissen, wie viel Wirkstoff (THC und CBD) in den Produkten enthalten ist, sollte auf jeden Fall Drug-Checking an möglichst vielen Orten ermöglicht werden. Drug-Checking ist eine Interventionsstrategie zur Erhaltung der Gesundheit, da die genaue Kenntnis von Dosierung und Wirkstoffzusammensetzung einer Droge den potentiellen Gebrauchern derselben das objektiv bestehende Gefahrenpotenzial vergegenwärtigt und somit eine klare Grundlage für die subjektive Risikoabschätzung vor der eventuellen Einnahme schafft. Drug-Checking fördert somit den Lernprozess zu einem verträglichen Risikomanagement.

Die Legalisierung des Erwerbs und Besitzes von Cannabissamen und Cannabisprodukten wie auch des Anbaus ist juristisch nicht so kompliziert wie die Etablierung von flächendeckenden Verkaufsstellen und Produktionsstätten. Deshalb sollte hier vorweg ein erster Schritt in die richtige Richtung vorgezogen werden.

Wer stets auf dem aktuellen Stand der Dinge in Sachen Cannabislegalisierung sein möchte, der kann sich jedes Wochenende die neuesten Nachrichten „DHV-Video-News“ vom Deutschen Hanferband (DHV) zu Gemüte führen. Der YouTube-Kanal des DHV hat über 200.000 Abonnenten.

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