Opioidsubstitutionstherapie auf dem Prüfstand

Die Zukunft der Substitution

Die Opioidsubstitutionstherapie (opioid substitution treatment – OST) ist die wichtigste Therapieoption zur Behandlung der Opioidabhängigkeit in Deutschland. Nun zeigt sich, dass es in der Zukunft nicht gerade rosig aussieht, stellen wir die ärztliche Versorgung opioid-abhängiger Menschen in den Vordergrund. Wie eine neue Studie zeigt, kommt es zukünftig vor allem in ländlichen Gebieten zu Engpässen bei der Versorgung Abhängiger mit ihrem Substitutionsmittel. Der Grund ist die allgemeine Landflucht junger Ärzte. Aber es stellt sich auch heraus, dass junge Ärzte – nach dem Abwandern der Ateingesessenen – sich nicht mehr so leicht für eine Behandlung Abhängiger entscheiden können oder wollen.

Was ändert sich in der Substitutionsbehandlung

Nach umfangreichen Studien und Interviews – deren Teilnahme im übrigen von bayrischen Ärzten durch die Bank abgelehnt wurden – wird es in der Zukunft Änderungen in der Substitutionsbehandlung geben. Diese Veränderungen der Substitutionsrichtlinie können durchaus positiv gewertet werden; In der Praxis bestehen allerdings von Bundesland zu Bundesland große Unterschiede. Eine der wichtigen Änderungen wird die Ausdehnung der Take-Home-Verordnung auf 30 Tage, der Ausnahme vom Sichtbezug (Das Substitut unter Sicht aufnehmen) auf 5 Tage sowie dem veränderten Umgang mit Beikonsum zugeschrieben. Außerdem können nun auch Mediziner, die selber keine BTM-Ausbildung haben, aber in den Praxisräumen mit einem Mediziner arbeiten der BTM verschreiben darf, 10 statt vorher 3 Menschen in die Substitution aufnehmen.

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Keine Werbung für neue Substitutions-Ärzte

Ob diese Maßnahmen aber zukünftig die fehlenden Fachkräfte ersetzen kann, bleibt mehr als fraglich. Mehr noch: Die veränderten Vorschriften dürften nicht ausreichen, um neue ÄrztInnen für die Opioidsubstitutionstherapie zu gewinnen.

Um den Anforderungen einer zukünftigen Versorgung opioidabhängiger Menschen gerecht zu werden und letztendlich auch die Anzahl substituierender ÄrztInnen in Deutschland zu erhöhen, wurde im Mai 2017 die 3. Verordnung zur Änderung der Betäubungsmittel-Verschreibungsverordnung (3. BtMVVÄndV) verabschiedet. Übergeordnete Ziele waren die Verbesserung der Rechtssicherheit für substituierende ÄrztInnen und die Anpassung der Durchführung von Substitutionsbehandlungen an den neusten wissenschaftlichen Stand sowie an praktische Erfordernisse.

In der Zukunft dürften Dinge wie Therapieziele, Erstellung eines Therapiekonzepts sowie Gründe für die Fortführung einer Substitutionsbehandlung im Mittelpunkt stehen.

Wer sich für eine Einsicht in die groß angelegte Studie interessiert klickt hier.

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