MDMA

3,4-Methylendioxy-N-methylamphetamin

MDMA (3,4-Methylendioxy-N-methylamphetamin) ist ein Entaktogen und ein Empathogen aus der Gruppe der Amphetamine. Es wird meist als Tablette, oder in Form von Kristallen angeboten und wurde erstmals 1898 synthetisiert und im Jahr 1912 von der Firma Merck in Darmstadt zum Patent angemeldet.

MDMA bewirkt die Ausschüttung von Serotonin einem körpereigenen Botenstoff, und verschafft so ein befristetes Glücksgefühl. MDMA verleiht die Fähigkeit, sich in andere Menschen einzufühlen und intensiviert gleichzeitig die Wahrnehmung der eigenen Gefühle. MDMA steigert das Mitteilungsbedürfnis und die Körpertemperatur. 

MDMA ist meist in Exstasy-Pillen enthalten. Diese bestehen allerdings nicht immer nur aus MDMA, sondern manchmal auch aus anderen Stoffen, wie MDA, MDEA oder MDDB, die sich in ihrer Wirkung mehr oder weniger stark von MDMA unterscheiden. MDMA wird aber auch in Kapseln verkauft, ist jedoch nur noch selten in dieser Konsumform zu haben. Kapseln enthalten im Durchschnitt ca. 80 – 120 mg MDMA (selten 150 mg oder mehr).

Die Dosierung von MDMA

Die Dosierung von MDMA liegt bei rund  1,3 bis 1,5 mg pro kg Körpergewicht (1 gr. = 1000 mg). Beispiel: Bei einem Körpergewicht von 60 kg (Formel: 1,5 mg x 60 kg = 90 mg) ergibt es eine maximale Dosierung von 90 mg MDMA für einen Mann! (Frauen: 1,3 mg x 60 kg = 78 mg).

Nachweiszeiten von MDMA

akute Wirkdauer: 4 – 6 Stunden
Nachweisbarkeit im Blut: bis zu 24 Stunden
Nachweisbarkeit im Urin: 1-4 Tage (ph-abhängig)


Anne-Marie Cockburn zum Tod ihrer Tochter

My name is Anne-Marie Cockburn. Last July, I received the phone call that no parent ever wants, saying that my 15-year-old daughter, Martha, was gravely ill as a result of an ecstasy overdose. She eventually died. Please watch my video to hear my story, and why I’m now fundraising for Transform Drug Policy Foundation and our new project, Anyone’s Child: Families for Safer Drug Control. I am appealing for your help to reach our £10,000 target to launch this new project because I believe Martha might still be alive today if drugs were legally regulated.

Zur Wirkung von MDMA

Nach der Einnahme von MDMA beschleunigt sich der Puls und die Pupillen erweitern sich. Meist macht sich anfangs auch eine innere Unruhe bemerkbar. Diese Phase kann auch von Angst begleitet sein. Doch meist stellt sich bald darauf (durch Loslassen, bzw. das Zulassen des Zustands) eine allgemeine Beruhigung ein. MDMA wirkt 30 – 40 Minuten nach der oralen Einnahme zunächst nur leicht euphorisierend, dann steigert sich diese Euphorie im Laufe der Substanzwirkung stetig. Viele User spüren auch eine Verkrampfung der Kaumuskulatur. Im Gehirn werden große Mengen von Serotonin ausgeschüttet, was unter Umständen – bei entsprechender Dosis – ein extremes “Draufgefühl” auslöst.

In hohen Dosen kann MDMA in manchen Fällen leichte Halluzinationen auslösen. Manchmal ist die Wirkung von MDMA eine sehr körperliche Erfahrung, bei der sich “das Feuern der Neuronen“ als körperliche Entladung äußert. Dieser Prozess kann sehr anstrengend sein, ist aber extrem schön.

Die Hauptwirkungen sind jedoch empathogener Art (das Wahrnehmen der Gefühle anderer Menschen verstärkend) und entaktogener Art (eigene innere Empfindungen verstärkend). 

MDMA wirkt trotz allem (später) auch allgemein entspannend und macht kommunikativ. Der Kontakt zu anderen Menschen ist oft wesentlich emotionaler und bedeutungsschwerer als im alltäglichen Bewusstsein. Gefühle für andere Menschen werden extrem verstärkt. Es fällt sehr leicht, diese Gefühle auch auszudrücken – sei es verbal oder physisch – durch Worte, Gesten oder Berührungen. MDMA weicht jene zwischenmenschlichen Grenzen auf, welche wir uns im Laufe des Lebens antrainiert haben und die uns von “dem Anderen“ trennen.

Ganz allgemein löst MDMA seelische Verspannungen und macht eine intensive und tiefe Exploration der inneren Welten möglich, weshalb es auch in der (Substanz-unterstützten) Psychotherapie eingesetzt wird. Nach etwa sechs Stunden klingt die Wirkung von MDMA langsam ab.

Im Gehirn wirkt MDMA auf die Synapsen, indem es die Serotonin-Ausschüttung erhöht und die Rückaufnahme hemmt und ist somit ein sogenannter “Rückaufnahmehemmer”, was zu Wechselwirkungen mit diversen Psychopharmaka führen kann.

MDMA testen: der Marquise-Test

Nebenwirkung von MDMA-Konsum

Mehr als 120 mg MDMA können sehr stark wirken! Nebenwirkungen, wie Kiefermahlen, Augen- und Nervenzucken bis hin zu Krampfanfällen können bei hohen MDMA-Dosen auftreten. Bei Überdosierungen steigt die Körpertemperatur stark an und es kann zum Auftreten von Halluzinationen kommen. 

Nach dem Konsum von MDMA kann es unter Umständen zu einem Stimmungstief oder zu Depressionen kommen – das liegt in der Regel an dem fehlenden Serotonin. Sobald sich der Serotoninspiegel wieder regeneriert hat, gehen diese Symptome schnell wieder zurück (siehe auch: Das Serotonin-Syndrome)

Neurotoxidität und MDMA-Konsum

Tierversuche haben gezeigt, dass wiederholter Ecstasy-Konsum die Serotonin-Wiederaufnahmemechanismen beeinflusst und sich ein exzessiver Konsum auch negativ auf den Serotoninhaushalt auswirken kann. Wie es um den neurotoxischen Effekt von MDMA im menschlichen Körper steht, ist umstritten. Eine Studie kommt zu dem Ergebnis, dass MDMA-Konsumenten mit einem gelegentlichen, bewussten Konsum zumindest langfristig keine Schäden am Serotonin-Transportersystem im Gehirn erleiden. (Selvaraj et al., 2009)

Seltene psychologische und psychiatrische Komplikationen bei MDMA-Konsum

In der wissenschaftlichen Literatur wurde in den vergangenen Jahrzehnten mit zunehmender Tendenz über einzelne Konsumenten berichtet, die im Zusammenhang mit dem Konsum von MDMA psychiatrisch erkrankten. Allerdings sind Kausalzusammenhänge nur selten eindeutig gesichert. In den meisten Fällen wurden neben MDMA auch noch andere Drogen eingenommen. Ein weiteres Problem ergibt sich aus unterschiedlichen diagnostischen Gewohnheiten. So werden manch psychiatrische Erkrankungen wie beispielsweise die schizophrene Psychose in den USA weitaus häufiger diagnostiziert als in Europa, obwohl die Vorkommnishäufigkeit dieser Erkrankung nachweislich nicht abweicht. 

Grundsätzlich muss zwischen akuten psychologischen Komplikationen, die mit dem Nachlassen der Rauschwirkung völlig verschwinden, Intoxikationspsychosen und anhaltenden psychiatrischen Erkrankungen unterschieden werden: 
Die häufigsten Akutsymptome, die kurz nach Einnahme auftreten, sind Panikattacken. Sie werden oft von Angst, Schwindel und Übelkeit begleitet. In manchen Fällen paaren sie sich mit einer gewissen räumlichen Desorientierung, einer allgemeinen Überregung (Überagitiertheit) und manchmal mit einem Beziehungswahn. 

Die sogenannte Intoxikationspsychose wird meist bei der Applikation von einer sehr hohen Dosis von MDMA beobachtet und ist oft begründet in einer zurückliegenden Traumatisierung. Hierbei treten im Rausch Beziehungs- und Verfolgungswahn sowie auditorische und visuelle Halluzinationen in Form von z. B. Stimmen hören oder bewegten Scheinbildern auf. Mit Abklingen des Rausches bilden sich diese Phänomene rasch zurück. 

Zu den häufigsten psychiatrischen Folgeerkrankungen gehören atypische und paranoide Psychosen. Sie zeigen sich in einer Affektverflachung, Kontakt- und Denkstörungen sowie im Verfolgungs- und Beziehungswahn. Sie heilen nach einer gewissen Zeit spontan aus oder chronifizieren sich zu depressiven Symptomen, Panikstörungen oder unterscheidlichen Verhaltensauffälligkeiten.

Wechselwirkung zwischen MDMA und 2C-B

Es wird viel über die Kombination von MDMA und 2C-B berichtet, wobei zu beachten ist, dass die gleichzeitige Einnahme von beiden Drogen leicht zu Verwirrungen führen kann. 2C-B entwickelt die besten Eigenschaften in Kombination mit MDMA, wenn 2C-B etwa 5-6 Stunden nach der Einnahme von MDMA appliziert wird, also dann, wenn die MDMA-Wirkung nachzulassen beginnt. Die umgekehrte Reihenfolge wird von vielen Probanden als unangenehm beschrieben.

2C-B entwickelt eine Toleranz, die anfänglich mit einer Dosiserhöhung ausgeglichen werden kann, später aber stabilisiert sich eine ziemlich individuelle aber konstante Dosis, je nach gewünschter Intensität. Im allgemeinen kann man nach dem Gebrauch von 2C-B leicht Schlaf finden, Katersymptome am nächsten Morgen sind eher selten und individuell und dosisabhängig 

(Quelle: Hans Cousto, “Drugchecking – Qualitative und quantitative Kontrolle von Ecstasy und anderen Substanzen”, erschienen im Nachtschatten-Verlag)

MDMA und seine bekanntesten Analoga

MDA: 3,4-Methylendioxyamphetamin; Psychostimulans mit schwacher halluzinogener Wirkung (intensive Verzerrung des Raum- und Zeiterlebens, Sinnestäuschungen), von allen Ecstasy-Wirkstoffen das stärkste Nervengift,
Wirkungsdauer: 6-8h

MDEA: 3,4-Methylendioxyethylamphetamin, insgesamt schwächere Wirkung; akustische, gefühlte und visuelle Sinnesverzerrungen, wenig halluzinogen, macht “breiter”;
Wirkungsdauer: 2-3h

MBDB: N-Methyl-1-(1,3-benzodioxol-5-yl)-2-butanamin; hauptsächlich entaktogene Wirkung: die inneren Gefühle betreffend, keine antriebssteigernde Wirkung;
Wirkdauer: 4-5h

MDMA und tryzyklische Antidepressiva oder MAO-Hemmer

Die gleichzeitige Einnahme von MDMA und Antidepressiva wie Tryzyklila oder Substanzen, die die Monoaminooxidase hemmen (MAO-Hemmer), ist sehr gefährlich, da es bei solchen Kombinationen zu einer zentralen Serotoninkrise mit überschießender Serotoninkonzentration kommen kann. Hierbei kommt es nach anfänglicher Euphorie zu Muskelzuckungen, erhöter zerebraler Krampfbereitschaft mit eventuell epileptischen Anfällen, Hyperthermie (Erhöhung der Körpertemperatur) und Bewusstseinsstörungen.

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