5-MeO-DMT

Ein psychedelisches Tryptamin aus den Drüsen einer Kröte

5-MeO-DMT ist ein starkes psychedelisches Tryptamin . Es kommt in breiter Vielfalt in Pflanzen und auch in psychoaktiven Kröte-Arten vor. Wie ihre nahen Verwandten DMT und Bufotenin (5-HO-DMT) wird 5-MeO-DMT als entheogen von südamerikanischen Schamanen seit tausenden von Jahren verwendet.

DMT: Heiliges Sakrament – aber nicht verkehrsfähig!

5-MeO-DMT ist ein Sakrament der Kirche von dem Baum des Lebens und wurde von dieser von 1971 bis Ende der achtziger Jahre diskret zur Verfügung gestellt um in Kontakt mit der Gottheit zu kommen.

5-MeO-Dmt-Molekuel
5-MeO-DMT-Molekül

5-MeO-DMT wurde erstmals 1936 synthetisiert und wird hauptsächlich durch das Enzym CYP2D6 metabolisiert. DMT oder 5-Methoxy-DMT als reine oder angereicherte Substanzen sind illegal und laut Anhang des Betäubungsmittelgesetzes (Anlage 1) nicht verschreibungsfähig und nicht verkehrsfähig. Besitz und Handel sind außer zu genehmigten wissenschaftlichen Zwecken strafbar.

5-MeO-DMT ist ein Derivat von DMT . Seine pharmakologische Wirkung entfaltet es hauptsächlich am Serotonin-Rezeptor ( 5-HT ). Ähnlich wie MDMA und andere Entaktogene Substanzen.

Dosierung von 5-MeO-DMT

Oral eingenommen können – auch ohne die Verwendung von MAO-Hemmern – bis zu 30 mg appliziert werden. Wird 5-MeO-DMT geraucht oder inhalliert, zeigt sich eine Wirkung schon bei 2 mg. User berichten, dass fünf bis sieben Milligramm ausreichen, um eine mäßige bis starke Wirkung hervorzurufen.

Diejenigen, die anstelle von synthetischem 5-MeO-DMT, Krötensekret verwenden, nehmen oft Dosen von bis zu 50 Milligramm. Für unerfahrene User ist es jedoch riskant, mit einer solchen Dosis zu beginnen, die überwältigend sein kann.

5-MeO-DMT: Konsumform und Wirkunsweisen

Die Wirkung tritt innerhalb von Sekunden nach dem Inhallieren bzw. nach der Injektion ein und wird gelegentlich ähnlich einer Nahtod-Erfahrung beschrieben. Obwohl in vieler Hinsicht ähnlich zu seinen nahen Verwandten DMT und Bufotenin (5-OH-DMT), sind die Wirkungen in der Regel nicht als visuell. Einige Nutzer berichten, erleben keine visuellen Effekte, selbst bei sehr hohen Dosen.

5-MeO-DMT erzeugt eine intensive, aber kurze psychedelische Erfahrung. Ein 5-MeO-DMT-Trip mit voller Dosis dauert zwischen 30 und 90 Minuten, und die meisten sind sogar deutlich kürzer. Während die Zeit auf der Uhr für diejenigen außerhalb der Welt schnell vergehen mag, gilt dies sicherlich nicht für diejenigen, die sich mitten in der psychedelischen Erfahrung befinden.

DMT in Yopo-Samen: indigene Verwendung von DMT

Yopo, Anadenanthera peregrina und Piptadenia peregrina sind verschiedene Namen für die selbe Pflanze, mit einer reichen ethnobotanischen Geschichte. Der Gebrauch von Yoposamen ist gut dokumentiert und deckt mindestens 55 indigene Stämme ab.

Der „Snuff“ der Samen wird Cohoba genannt, und wurde in rituellen Kontexten in Brasilien, Chile, Kolumbien, Peru, Haiti, der Domenikanischen Republik und Puerto Rico verwendet. Mit einem Röhrchen wird das Cohoba in die Nase einer anderen Person geblasen, dies ist wahrscheinlich die gewöhnlichste Methode. Die Samen sind in Europa frei verkäuflich.

DMT in der Aga-Kröte

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Aga-Kröte (Bufo marinus)

Im Hautsekret der Aga-Kröte (Bufo marinus) sind mehrere komplexe Substanzen wie Bufotenin, Dimethyltryptamin (DMT), 5-MeO-DMT, Bufotalin, Bufotoxin und Katecholamine (Adrenalin und Noradrenalin) enthalten. Von manchen Drogenkonsumenten werden die giftigen Hautdrüsensekrete der Bufo marinus zur Stimulation genutzt. Dabei wird das „gemolkene“ Sekret getrocknet und anschließend über eine Pfeife inhaliert.

Bufotonine bzw. Bufotenin ist ein kein neuer Stoff, der sich inzwischen großer Bekanntheit erfreut. Bufotonine bzw. Bufotenin, von „Bufo“ – Kröte, hat in Zeitungsberichten und den Internetmedien Aufmerksamkeit bekommen, da es Berichte gab, in denen Menschen durch bloßes Lecken an einer Kröte einen Rausch erlebten. Im Hautsekret sind mehrere Bufotoxine wie Bufotenin, Dimethyltryptamin (DMT), 5-MeO-DMT, Bufotalin, Adrenalin und Noradrenalin enthalten. Obwohl in der Vergangenheit diese Stoffe schon nachweislich in der Aga-Kröte (Bufo marinus) gefunden wurde, hat es lange gedauert, bis es zu gesicherten Erfahrungsberichten kam.

Siehe auch: Indolalkaloide und die Ringstruktur auf dieser Site

Gefahren beim Konsum von Bufotonine

Abgesehen von den tierquälerischen Praktiken, die bei der Gewinnung des Drüsensekretes vollzogen werden, setzen sich die Konsumenten großen gesundheitlichen Gefahren aus. Das Sekret enthält neben den Halluzinogenen DMT und 5-MeO-DMT auch zahlreiche Giftstoffe.

Bufotenin löst milde Halluzinationen aus, die ca. eine Stunde andauern sollen. Das Sekret der Aga-Kröte enthält Bufotenin jedoch nur in sehr geringen Mengen, während andere Toxine in großen Mengen vertreten sind.

Durch den Konsum kommt es zu einer erhöhten Herzfrequenz durch die Katecholamine, während die Bufotoxine wiederum die Herzfrequenz senken. Dies kann unter anderem zu Herzrhythmusstörungen, Bluthochdruck und epilepsieartigen Verkrampfungen führen.

Neue Katze, anderer Hund: Phyllomedusa-bicolor und das Kambô-Ritual

Es gibt seit langem schon Informationen zu einer anderen Amphibie, die unserer Suche nach Wahrheit und Bewusstsein hilft. Wenn auch unfreiwillig. Gemeint ist Phyllomedusa bicolor. Eine Froschart, die schon sehr lange den Völkern im Amazonas bekannt ist und nun sowohl von Psychonauten als auch von der Pharmaindustrie beäugt wird.

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Phyllomedusa-bicolor

Der rund zehn Zentimeter große Lurch mit dem cremeweißen Bauch ist extrem giftig und kann nur von erfahrenen Schamanen gewissenhaft „zubereitet“ werden. Dabei stirbt der Frosch nicht. Die Ureinwohner Brasiliens spannen das kleine Tier wie ein X zwischen vier Pflöcke und kitzeln ihn an seinen Zehen. Mit einem Holzstab kratzt ein Schamane über den Rücken des Tiers und beraubt ihn seines „tödlichen“ Sekrets. Danach bedankt man sich und entlässt ihn wieder in seine Freiheit.

Kambô – heiliges Ritual, altes Wissen und eine Karthasis

Der italienische Chemiker Vittorio Erspamer untersuchte 1986 als erster das Sekret. Es wird gesagt, mit Kambô überwinden die Menschen dauerhaft schädliche Denk- und Verhaltensmuster. Und genau das ist auch das Ziel bei der Verwendung innerhalb eines psychedelischen Settings. Das Sekret wird mit kleinen Holzstäbchen in vorher geöffnete Wunden verbracht um danach zu wirken.

Diese Form der Applikation ist wohl schon hunderte von Jahren alt und das Wissen um die Anwendung dieses Frosches wird von Generation zu Generation weitergegeben und sie hat die Bedeutung einer wichtigen, zentralen und heiligen Zeremonie. Das Ritual ist nicht nur identitätsstiftend. Es transportiert Wissen, stellt Verbindung zu den Ahnen her und es gleicht einer Katharsis.

Insgesamt zwölf bioaktive Aminosäuren, sogenannte Peptide, haben Forscher bis heute mindestens identifiziert. Eines davon, Adenoregulin, spielt eine Rolle bei Depressionen, Alzheimer und Schlaganfall, ein anderes gilt als eines der stärksten natürlichen Antibiotika. Dermorphin – ein starkes Opioidpeptid, scheint einer der Hauptbestandteile von Kambô zu sein.

Siehe Buchtipp unten!


Kambo – Froschmedizin aus dem Amazonas

René Schliwinski

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Kambô, die schamanische Frosch-Medizin aus dem Amazonas, ist in aller Munde. Wie ein Lauffeuer verbreitet sich diese bemerkenswerte Methode der Reinigung und Initiation. In psychonautischen wie schamanischen Kreisen scheint es Mode zu sein, zumindest eine Kambô-Sitzung absolviert zu haben. Stolz präsentieren sich die Menschen gegenseitig ihre Kambô-Narben. Man hört von fantastischen Erfahrungen und aussergewöhnlichen Therapieerfolgen.

Doch was ist wirklich dran an dieser Methode? René Schliwinski, selbst ein erfahrener Kambô-Anwender, beschreibt ausführlich Herkunft und Geschichte, Mythen und Pharmakologie rund um den Frosch und sein Sekret. Zudem schildert er detailgetreu Vorbereitung, Ablauf und Nachsorge eines Kambô-Rituals und klärt über Nebenwirkungen und Kontraindikationen auf. Zahlreiche Erfahrungsberichte runden seine Arbeit ab. Im Anhang bespricht der Autor zudem die angewendeten Kombinationen von Kambô und Rapé sowie von Kambô und Ayahuasca und gibt rechtliche Hinweise.

Lizenzausgabe des Arun-Verlags. Zu finden im Nachtschatten-Verlag

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