Lexikon

Übersicht zu Drogen-Relevanten Themen und Termina


ADB-BUTINACA (ADB-BINACA) ist ein synthetisches Cannabinoid, das erst 2019 auf dem europäischen Markt aufgetaucht ist und bisher kaum wissenschaftlich erforscht ist.

Synthetische Cannabinoide sind Verbindungen, die eine ähnliche Wirkung wie Tetrahydrocannabinol (Δ9-THC) erzielen. Die meisten Verbindungen sind jedoch um ein Vielfaches stärker und teilweise auch länger wirksam als THC. Daher kommt es durch den Konsum von synthetischen Cannabinoiden vergleichsweise häufiger zu Überdosierungen und Vergiftungen, die sich wie folgt äußern können: Bewusstlosigkeit/Koma, Effekte auf das Herz- Kreislaufsystem (wie Herzrasen bis hin zum Herzstillstand), Krampfanfälle, Übelkeit mit Erbrechen, Verwirrtheit, akute Psychose oder aggressives Verhalten. Bewusstlosigkeit stellt ein Erstickungsrisiko dar, wenn es dabei zum Erbrechen kommt. Die Gefahr einer Überdosierung kann durch eine ungleichmäßige Verteilung der Substanz auf dem Trägermaterial

2-Fluorodeschloroketamin (2-Fluoroketamin, 2-FDCK) ist eine neue psychoaktive Substanz mit dissoziativer Wirkung (Gefühl der Loslösung von Körper und Geist) und struktureller Ähnlichkeit zu Ketamin und Deschloroketamin (DCK). Wie bei den meisten neuen psychoaktiven Substanzen gibt es kaum wissenschaftliche Erkenntnisse über Wirkung, Dosierung, Risiken und Langzeitfolgen. UserInnen beschreiben die Wirkung als Ketamin- ähnlich und demnach auch als sehr dosisabhängig. Wie bei allen dissoziativen Anästhetika ist der Mischkonsum mit anderen Downern (Alkohol, Benzodiazepine, Opioide, GHB…) sehr riskant: Eine mögliche Bewusstlosigkeit stellt ein Erstickungsrisiko dar, wenn es dabei zum Erbrechen kommt.

Alkaloid: Alkaloide sind natürlich vorkommende organische Verbindungen, die auf den tierischen oder menschlichen Organismus wirken. Der Begriff Alkaloid war ursprünglich eine allgemeine Bezeichnung für aus Pflanzen isolierte basische Stoffe. Eine Base ist das Gegenstück zu einer Säure. Allen Alkaloiden ist gemein, dass sie direkt auf den tierischen und menschlichen Organismus charakteristische Wirkungen haben. Die meisten sind giftig und haben einen bitteren Geschmack.

Indol-Alkaloide bilden die größte Alkaloidgruppe. Zu ihnen gehören z.B. das LSD und das Psilocybin.

Amitriptylin ist zur Behandlung von Depressionen zugelassen und wird gegen alle Formen depressiver Erkrankungen eingesetzt, bevorzugt gegen solche, die überwiegend mit Angst und Unruhegefühlen einhergehen. Amitriptylin ist auch für die langfristige Schmerzbehandlung zugelassen. Auf Grund der Gefahr eines möglicherweise lebensbedrohlichen Serotonin-Syndrom, darf Amitriptylin nicht gleichzeitig mit MAO-Hemmern (Seropram ®) angewendet werden. Zu den häufigsten Nebenwirkungen gehören zentralnervöse Störungen, wie Kopfschmerzen, Schwindel, Tremor (zittern), Schläfrigkeit, Störungen des Herz-Kreislauf-Systems, Mundtrockenheit, Verstopfung, Übelkeit und Schwitzen.

Chlorpheniramin (Chlorphenamin) ist ein Wirkstoff aus der Gruppe der Antihistaminika. Er wird gegen Allergien wie Heuschnupfen und in manchen Ländern auch gegen Grippe und Erkältung. Kombiniert mit Schmerzmitteln wird es gegen Kopfschmerzen eingesetzt. Eine oft unerwünschte Wirkung ist Sedierung, die in Kombination mit anderen sedierenden Mitteln (z.B. Alkohol) noch verstärkt werden kann.

CBD: Cannabidiol (CBD) ist das häufigste Cannabinoid im Faserhanf und oft das zweithäufigste Cannabinoid nach THC. CBD verursacht keine cannabistypischen psychischen Wirkungen. Für Cannabidiol kommen unter anderem folgende medizinische Einsatzgebiete in Frage: Epilepsie, Schlaflosigkeit, Neuro-Dermitis, Migräne, Cluster-Kopfschmerz
(siehe: CBD – der Alleskönner unter den Hanfprodukten)

Derivat: Als Derivat bezeichnet man eine Substanz, deren molekulare Struktur eine Variation eines vorhandenen Moleküls ist.

Dissoziation: (Abspaltung) Das allgemeine Kennzeichen der dissoziativen Störungen besteht in teilweisem oder völligem Verlust der normalen Integration der Erinnerung an die Vergangenheit, des Identitätsbewusstseins, der Wahrnehmung unmittelbarer Empfindungen, sowie der Kontrolle von Körperbewegungen.

Diese “Abspaltung” kommt oft bei zu “heftigen” emotionalen und frühkindlichen Erfahrungen wie Missbrauch oder Gewalt in der Biographie vor. Sie kann dazu führen, dass sich der Betroffene nicht mehr an das traumatische Erlebnis erinnern kann, es also “abgespalten” hat. Die “Schizophrenie” ist ein Beispiel (ein Konstrukt) für die “dissoziative Störung”.

DPIA ist ein vermutlich psychoaktives Synthesenebenprodukt1, das bei der Herstellung von Amphetamin entsteht. Die meisten Amphetamin-Proben weisen Spuren von DPIA auf – allerdings in so geringer Menge, dass es bei der Analyse nicht aufscheint. Befinden sich größere Mengen DPIA in der Probe, wird die Nachweisgrenze überschritten und das Synthesenebenprodukt als Inhaltsstoff angegeben.

Domperidon: ist ein Arzneistoff, der zur Behandlung und Vorbeugung von Erbrechen, Übelkeit, Völlegefühl und Oberbauchschmerzen Anwendung findet (Antiemetikum). Domperidon verhindert, dass sich Dopamin an den zugehörigen D2-Dopamin-Rezeptor binden kann, indem es diesen belegt und somit blockiert.

Dopamin: ist ein wichtiger Neurotransmitter. Im Volksmund gilt es als Glückshormon, das z. B. bei intensivem sog. Flow-Erlebnis ausgeschüttet wird.

empathogen: Mit “empathogen” wird die Eigenschaft einer Droge beschrieben, die dazu führt, dass die unter Einfluss stehende Person das Gefühl hat, mit anderen Menschen zusammen eine Einheit zu bilden, sie zu verstehen, mit ihnen gemeinsam zu fühlen.

entaktogen: Als Entaktogen (Adj. entaktogen, „das Innere berührend“, aus gr. en, „innen“, lat. tactus „berührt“) werden psychoaktive Substanzen bezeichnet, unter deren Einfluss die eigenen Emotionen intensiver wahrgenommen werden.

entheogen: Mit “entheogen” wird die Eigenschaft eines Stoffes beschrieben, die dazu führt, dass die unter Einfluss stehende Person das Gefühl hat, mit Gott verbunden zu sein oder das ganze Universum zu erfassen und „zu schauen“. Der Zustand ist vergleichbar mit dem eines Schamanen, der sich z. B. durch die Wirkung eines Elixiers in die Lage versetzt, mit den Geistern zu kommunizieren.

Ecgonin: ist ein Tropan-Alkaloid und findet sich natürlich vorkommend in den Blättern des Cocastrauchs. Strukturell ist Ecgonin ein Cycloheptan­derivat mit einer Stickstoff-Brücke. Es wird durch säure- oder basenkatalysierte Hydrolyse von Kokain erhalten und kristallisiert mit einem Molekül Wasser. Die Kristalle schmelzen bei 198–199 °C. Im Vergleich zu Kokain ist es nicht suchterregend. (Quelle:Wikipedia)

Ephedrin ist der psychoaktive Wirkstoff der Pflanze Ephedra. Seit 1920 wird Ephedrin in der westlichen Medizin bei unterschiedlichen Beschwerden eingesetzt. Mittlerweile findet es vorwiegend in Arzneimitteln gegen niedrigen Blutdruck Anwendung, da Ephedrin die Herztätigkeit angeregt und der Blutdruck erhöht wird. Als Appetitzügler hat sich Ephedrin aufgrund seines Abhängigkeitspotenzials sowie diverser Nebenwirkungen auf das Herz- Kreislauf-System nicht durchgesetzt.

Iso-LSD ist ein inaktives Umwandlungsprodukt von LSD und deutet auf eine unsachgemäße Herstellung oder Lagerungvon LSD hin.

1P-LSD ist ein Derivat der Lysergsäure, sowie ein Analoga von LSD. Dieses Analoga zeigt nach Einschätzung vieler Nutzer identische psychoaktive Wirkungen wie das LSD. Tatsächlich zeigen Laboruntersuchungen, dass die 1-Propionylgruppe im menschlichen Blutserum abgespalten wird und als das klassische LSD im Blut verbleibt. Das gilt auch für andere Analoga – wie bei dem 1P-ETH-LAD

Flualprazolam gehört als Derivat von Alprazolam zur Gruppe der Benzodiazepine und hat beruhigende und angstlösende Eigenschaften. Es wird eine mit Alprazolam vergleichbare Wirkung berichtet, die jedoch in geringerer Dosis erreicht wird und länger anhält2. In Kombination mit anderen zentraldämpfenden Substanzen (z.B. Alkohol) wird die Wirkung von Benzodiazepinen und Analoga verstärkt und das Risiko einer Atemdepression steigt. Da es sich um eine sehr wenig erforschte neue psychoaktive Substanz mit sehr kurzer Anwendungsgeschichte handelt, können keine zuverlässigen Aussagen über Risiken und Langzeitfolgen gemacht werden. In jüngerer Vergangenheit sind bereits häufiger Benzodiazepin-Tabletten (vor allem XANAX®) auf dem Schwarzmarkt aufgetaucht, die nicht das erwartete Alprazolam, sondern unterschiedliche Substanzen aus den Gruppen der neuen synthetischen Opioide oder der neuen Benzodiazepine enthielten3,4.

Wir raten dringend vom Konsum ungetesteter, nicht von ÄrztInnen verschriebener Benzodiazepine ab!


Halluzination: Als Halluzination bezeichnet man einen Sinneseindruck, der mit der allgemein definierten “Realität” nicht, oder nur begrenzt übereinstimmt. Dies kann – unter anderem – im akustischen oder auch im optischen Bereich auftreten. Zu unterscheiden sind “echte” Halluzinationen und “Pseudo”-Halluzinationen.

Sogenannte Pseudo-Halluzinantionen treten z. B. während des LSD-Gebrauchs auf. Es sind veränderte Wahrnehmungen, welche auch als solche identifiziert werden können – die einem als solche also bewusst sind. “Echte” Halluzinationen treten z. B. nach dem Konsum des als “Engelstrompete” bekannten Nachtschattengewächses auf und zeichnen sich dadurch aus, dass man sie nicht als solche erkennt, die Wahrnehmung also als “echt” einordnet, da man vergisst, dass man Drogen genommen hat und die Qualität der Wahrnehmung sich nicht von der Alltagsrealität unterscheidet.

Ich-Dystonie: Als ich-dyston (auch ichdyston oder egodyston, falsch auch ichdysthon etc.) werden in der Psychopathologie Phänomene, Zustände und Symptome bezeichnet, die von der jeweiligen Person als nicht eigentlich zu ihr gehörig wahrgenommen bzw. als fremd und störend erlebt werden, d.h. von ihr nicht als integraler Bestandteil der eigenen Person begriffen werden und daher Leidensdruck verursachen.

Ichdystone Phänomene werden daher von Betroffenen beschrieben mit Worten wie krank, eigenartig, unverständlich, normalerweise bin ich gar nicht so, ich weiß gar nicht, was da mit mir passiert, ich verstehe mich selber nicht, ich will das (wieder) loswerden usw. Ichdyston können sowohl psychopathologische Phänomene sein (z. B. Panikattacken) als auch nicht-psychopathologische (z. B. die sexuelle Orientierung).

iso-LSD: ist ein inaktives Umwandlungsprodukt von LSD und deutet auf eine unsachgemäße Herstellung oder Lagerung von LSD hin.

Levamisol: Levamisol ist ein Antihelmintikum (wird in der Tiermedizin gegen Wurmbefall eingesetzt), welches früher auch in der Humanmedizin Anwendung fand. Als Beimengung zu Kokain ist die Substanz bereits in den vergangenen Jahren öfter aufgetaucht.

Lidocain: Lidocain ist ein Lokalanästhetikum, das sowohl in der Veterinär- als auch in der Humanmedizin als gut und schnell wirksames örtliches Betäubungsmittel eingesetzt wird. Es ist auch bekannt als “Zahnarztkoks”.

MDMB-4en-PINACA ist wie auch andere synthetische Cannabinoide bei der gleichen Menge um ein vielfaches stärker und vermutlich auch länger wirksam als Cannabis1. Auch Todesfälle wurden im Zusammenhang mit dem Konsum von MDMB-4en-PINACA bereits berichtet.

Metoclopramid: ist ein Antiemetikum (lindert Übelkeit und Erbrechen) und beispielsweise im Medikament Paspertin enthalten. Metoclopramid geht mit vielen anderen Substanzen Wechselwirkungen ein und kann deren Wirkung teilweise beschleunigen oder verstärken. Darüber hinaus kann es (auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch) das Reaktionsvermögen verlangsamen, besonders auch im Zusammenwirken mit Alkohol. Über die Kombination von mCCP und Metoclopramid gibt es naturgemäß keine wissenschaftlichen Studien. Allein aber aufgrund der Einzelwirkungen der Substanzen ist vom Konsum dringend abzuraten!

Methamphetamin ist ein extrem potentes Amphetamin, Methamphetamin gelangt rascher ins Gehirn als Amphetamin und der aufputschende Effekt ist stärker, es bewirkt einen stärkeren Rausch und hat ein höheres Suchtpotenzial als Amphetamin. Hunger und das Bedürfnis nach Schlaf werden unterdrückt. Gesteigertes Selbstwertgefühl, erhöhte Risikobereitschaft, unterdrücktes Schmerzempfinden, Euphorie, Nervosität und ein gesteigerter Rededrang (Laberflash) sind übliche Wirkungen. Risiken: Kurzzeitnebenwirkungen sind verspannte Kiefermuskulatur, Mundtrockenheit, Temperaturanstieg, grosser Flüssigkeitsverlust und erhöhte Herzfrequenz sowie erhöhter Blutdruck und Zittern am ganzen Körper, Reizbarkeit und aggressives Verhalten (vor allem in Kombination mit Alkohol). Methamphetamin ist eine stark auszehrende Substanz mit einem sehr hohen Abhängigkeitspotential. In Kombination mit Amphetamin verstärkt sich die Wirkung beider Substanzen.

Noradrenalin: Noradrenalin wird vorwiegend im Hirnstamm gebildet und von dort in das Kleinhirn, die Großhirnrinde und Richtung Rückenmark geleitet. Noradrenalin hat eine schmerzstillende (analgetische) Wirkung, beeinflußt die gerichtete Aufmerksamkeit und das Steuersystem für Belohnungsgefühle, außerdem ist es stark beteiligt an der Regelung des Blutdrucks, an der Entstehung von Hunger- und Durstgefühlen wie auch an der Steigerung der sexuellen Gelüste.

Als Catecholamine werden drei verwandte Substanzen bezeichnet: Adrenalin, Noradrenalin und Dopamin. Tyrosin ist der Grundbaustein von Dopamin und Noradrenalin. Die postsynaptische Membran einer Catecholaminsynapse mimmt aktiv die Aminosäure Tyrosin auf und wandelt sie um zu Dopamin und teilweise schließlich zu Noradrenalin. Ein Mangel an Dopamin und Noradrenalin kann somit durch Tyrosingaben gemildert werden, da im Gegensatz zu Dopamin, Tyrosin die Blut- Hirn-Schranke durchdringen kann. Das Noradrenalinmolekül ist genau um ein Sauerstoffatom größer als Dopaminmolekül. (Quelle:Eve&Rave)

Opium ist vom altgriechischen Opos hergeleitet, was „Saft“ bedeutet, und bezieht sich auf den Saft der Mohnpflanze. In der Praxis werden die Begriffe „Opiat“ und „Opioid“ oft synonym verwendet, was allerdings nicht korrekt ist. Der Begriff „Opiate“ umfasst alle Stoffe, die in der Natur im Schlafmohn (papaver somniferum) vorkommen. Diese binden nicht alle an den Opiatrezeptoren.

Der Begriff „Opioide“ hingegen ist ein Sammelbegriff für eine heterogene Gruppe natürlicher, halbsynthetischer und synthetischer Substanzen, die morphinartige (Hauptalkaloid im Opium) Eigenschaften besitzen und an den Opiatrezeptoren binden (Walter & Soyka, 2019).

pathologisch: Als “pathologisch” bezeichnet man einen Zustand, der von dem als allgemein annerkannten sogenannten “normalen” Zustand oder eines Verhaltens insofern abweicht, als dass er vorrangig im medizinisch/psychologischen Kontext mit dem Wort “krankhaft” gleichgesetzt wird, bzw. synonym zu verwenden ist.

Der griechische Begriff παθολογία (Pathologia) leitet sich von den Wörtern πάθος, páthos – Leiden(schaft), die Sucht, das Pathos, die Krankheit und λόγος, lógos – das Wort, die Vernunft, Lehre ab, bedeutet also so viel wie “Die Lehre von den Leiden”.

Pervitin: siehe “Methamphetamin”

Phenylethylamine: Unter Phenylethylamine werden chemische Verbindungen verstanden, deren Ableitungsgrundlage im Phenylethylamin liegt. Gesprochen wird dabei oft von Phenylalkylaminen. Einige dieser Verbindungen sind häufig in der Natur, wie beispielsweise Tyramin, zu finden. Als Inhaltsstoffe können diese Phenylethylamine L-Aminosäuren besitzen, unter denen sich unter anderem L-Tyrosin befindet. Diesen kommt im Hinblick auf das Leben eine grundlegende Bedeutung zu. Andere Verbindungen, dazu gehören die Amphetamine, werden künstlich hergestellt. Für den Organismus bei Menschen und Tieren sind Phenylethylamine außerdem von Bedeutung, da sie hier die Neurotransmitter und Hormone bilden. Es kann sich dabei unter anderem um Dopamin und Adrenalin handeln. Zudem sind im Pflanzenreich viele Alkaloide beheimatet, die ebenfalls zu dieser Gruppe gehören. Dies sind beispielsweise Ephedrin und Mescalin. Eine weitere Möglichkeit, diese Mittel zu erhalten, ist die synthetische Herstellung wie zum Beispiel Verapamil. Diese Verbindungen werden in der Medizin, da einige Verbindungen Stoffe beinhalten, mit denen die Psyche der Menschen beeinflusst werden kann. Dies wird dann als psychotrope Eigenschaft bezeichnet und trifft vor allem für die Amphetamine zu.

Pseudoephedrin ist ein gefäßverengender Wirkstoff und gehört zur Klasse der Amphetamine. Der Wirkstoff wird unter anderem zur Behandlung einer verstopften Nase bei Schnupfen oder Erkältung eingesetzt und bewirkt ein Abschwellen der Nasenschleimhaut. Gelegentliche unerwünschte Wirkungen sind Mundtrockenheit, Appetitlosigkeit, Unruhe, Schlaflosigkeit, Pulsbeschleunigung und starkes Herzklopfen. Pseudoephedrin kommt häufig als Kombinationspräparat gemeinsam mit schmerzstillenden Wirkstoffen wie Ibuprofen vor.

Phenacetin: Phenacetin ist ein Aminophenol-Derivat, welches bis 1986 zur Schmerzbehandlung und Fiebersenkung eingesetzt wurde. Wegen seiner karzinogenen und insbesondere nierenschädigenden Wirkung in Kombination mit anderen Schmerzmedikamenten wurde es aus dem Handel genommen. Phenacetin kann auch Erregung und Euphorie auslösen und wird vermutlich deshalb als Streckmittel eingesetzt.

Piperazine: Piperazine (Syn.: 1,4-Diäthylendiamin) sind antibiotisch wirksame, hygroskopische (= Wasser an sich bindende, also “feuchte”) und heterozyklische (= im Kohlenstoffring andere Atome enthaltende) Verbindungen, die hauptsächlich in der Veterinärmedizin eingesetzt werden. Hühner und Schweine bekommen Piperazine gegen parasitären Befall, z.B. gegen Würmer. Ein in der Medizin bekanntes Piperazinderivat ist Sildenafil – besser bekannt als Viagra. (Quelle: DrugScouts/Leipzig)

Procain: Procain ist ein Lokalanästhetikum, welches aber in der Humanmedizin mittlerweile kaum mehr eingesetzt wird.

psychedelisch: Der Begriff “psychedelisch” setzt sich aus griech. ψυχη (psychḗ, „Seele“) und griech. δῆλος (dẽlos, „offenkundig, offenbar“) zusammen, bedeutet somit wörtlich „Seele hervorbringend“, beschreibt also einen Zustand, in dem „die Seele offenbart“ wird und wurde 1956 vom britischen Psychiater Humphry Osmond in Zusammenarbeit mit dem britischen Schriftsteller Aldous Huxley geprägt. Beide Männer suchten nach einem Wort für eine neue Art von Drogenwirkung auf die Seele.

Psychose ist ein Grundbegriff aus der Psychiatrie. Früher stand er für alle Arten von psychischen Erkrankungen. Heute bezeichnet der Begriff einen unscharf definierten Symptomenkomplex (Syndrom), der durch Halluzinationen, Wahn, Realitätsverlust oder Ich-Störungen gekennzeichnet ist.

Psycholyse: Die Psycholyse (auch: Psycholytische Psychotherapie) ist ein, meist tiefenpsychologisch und humanistisch orientiertes, psychotherapeutisches Verfahren, in dem durch die Vergabe bestimmter Substanzen katalytische (beschleunigende) Effekte in der Behandlung ausgelöst werden sollen.

Serotonin: Serotonin ist ein Botenstoff zur Steuerung der Signalübertragung zwischen einzelnen Nervenzellen. Er wird auch “Botenstoff der Glücksempfindung” genannt. (siehe auch: Serotonin-Syndrom)



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