Cannabis Indica, Sativa und Ruderalis

Die verschiedenen Cannabis-Sorten: Indica, Sativa und Ruderalis

Marijuana ist derzeit die am intensivsten kultivierte Pflanze. Das liegt vor allem an dem Verbot von Cannabis und Cannabis-Samen. Inzwischen haben viele Länder Cannabis erlaubt oder zumindest den Anbau einer geringen Menge geduldet. So hat beispielsweise Uruguay im Jahr 2013 den Anbau von bis zu 6 Pflanzen für den Eigenbedarf gesetzlich geregelt und der Besitz steht dort somit nicht mehr unter Strafe. Am 28. August 2013 hat die Regierung der USA angekündigt, dass sie nicht länger aktiv gegen Cannabis-Delikte vorgehen werde. Auch in einigen europäischen Staaten ist Cannbis zumindest geduldet und auch hier werden die Stimmen immer lauter das Gras endlich feizugeben.

Grund genug für uns sich mal näher mit dieser vielseitigen Pflanze, ihrer Herkunft, Kultivierung und Anwendung auseinander zusetzen.

Allgemeines zu Cannabis und Hybriden

Sogar in solchen Ländern, in denen Cannabis traditionell angebaut wird, gibt es hauptsächlich hybridisiertes Marihuana – also Sorten, die durch Einkreuzung entstanden sind. So ist zum Beispiel das jamaikanische Ganja warscheinlich das Resultat der Kreuzung aus dem Faserhanf, den die Engländer für Seile und Stricke kultiviert hatten und dem indischen Ganjas, das von den indischen Immigranten eingeführt wurde.

Fast alle Sorten die als Saatgut angeboten werden sind Hybride, meist aus Cannabis Indica und Cannabis Sativa. In den Sorten, welche automatisch in die Blüte gehen ist außerdem noch Cannabis Ruderalis enthalten. Durch die Hybridisierung – also Kreuzung – werden jeweils bestimmte Merkmale der Pflanzen kombiniert die in der Züchtung erwünscht sind. Das muss nicht immer ein hoher Wirkstoffgehalt sein. Auch eine geringe Wuchshöhe oder eine geringe Blütezeit können favorisierte Eigenschaften einer Cannabispflanze sein.

Cannabis Indica

cannabis indica
Cannabis indica

Indica-Pflanzen haben sich in Zentralasien entwickelt. Indicas, einschließlich der Kush-Sorten, zeichnen sich durch besondere Merkmale aus:
Sie reifen früh und haben eine Blütedauer von 6-9 Wochen. Cannabis Indica hat kompakte und kurze Äste und breite, kurze, dunkelgrüne bis lilafarbene Blätter. Die Blüten der Cannabis Indica sind meist nicht besonders lang, sondern eher von dichtem, schwerem, dickem und in die Breite gehendem Wuchs.

Indica-Pflanzen reifen unter ähnlichen Wachstumsbedingungen schneller heran als Sativa-Typen. Sie tendierten auch zu einem etwas anderen Geruch, was ein Hinweis auf eine unterschiedliche Terpen-Zusammensetzung ist, denn der Geruch von Cannabispflanzen basiert auf ihrer Zusammensetzung an ätherischen Ölen.

Sie riechen beißend “stinkig”, nach Skunk eben und können beim Rauchen starken Husten verursachen. Indica-Pflanzen wurden wegen ihres Harzgehaltes entwickelt, der für die Produktion von Haschisch wichtig ist. Nachdem diese Sorten im Westen bekannt wurden, waren sie rasch bei den Rauchern beliebt. Die besten Indicas haben eine sehr entspannende, geradezu sozialisierende Wirkung, die dem Konsumenten ermöglicht, eins mit der Welt zu werden.

cannabis anbauen zuhause
Cannabis anbauen zuhause

Bei den Kush-Sorten handelt es sich um Indica-Sorten, die im Hindukushtal des nördlichen Afghanistans, Pakistans und Indiens entwickelt wurden. Das sind Indicas, die vielfach ähnliche oder gleiche Eigenschaften aufweisen. Die Differenz zwischen Kush- und anderen Indica-Soten macht sich eher in Nuancen bemerkbar, als dass es deutliche Unterscheide gäbe.

Cannabis Indica stammt ursprünglich aus Afghanistan, Pakistan und Indien. Bei Züchtern und Innenraumanbauern ist die Indica-Pflanze sehr geschätzt aufgrund ihrer gedrungenen, buschigen Form, ihres kompakten Wurzelsystems, ihrer robusten Stängel, breiten Blätter und dichten, sehr THC-haltigen Blütenstände. Manche Pflanzen aus diesem Teil der Welt haben schmalere Blätter, lange weiße Griffel und blassgrünes Laub. Manche Sorten entwickeln rötliche bis violette Buds und Blätter.

Das High dieser Sorte ist schwer, stark – ein typischer Downer mit Couch-Effekt.

Cannabis Sativa

Die Sativa-Sorten kommen ursprünglich aus dem asiatischen Raum – Thailand, Vietnam, Laos, Kambodscha und Nepal – und haben unterschiedliche Wachtumscharakteristika. Sie sind in der ganzen Welt heimisch. Die stärkeren Sorten sind in äquatorialen und sub-äquatorialen Zonen zu finden. Beispielsweise solche aus Kolumbien Panama, Mexiko, Nigeria, Indien und Thailand. Cannabis Sativa hat mit 8-15 Wochen eine längere Reifezeit als Indica-Sorten, da sie aus wärmeren klimatischen Gegenden kommen. Das High, das solche Sorten erzeugen, wird meist als psychedelisch, verträumt und kreativitätsördernd beschrieben.
sativa
Cannabis sativa

Die Blüten riechen in der Regel süßlich bis würzig, der Rauch ist von eher leichter Natur. Cannabis Sativa wächst kegelförmig und kann dabei aussehen wie ein Tannenbaum. Die Blätter sind lang und schmal. Die Blätter weisen lange, schmal gezackte Finger auf. Der Abstand zwischen den Blättern ist recht groß im Vergleich zu Indica-Sorten. Die Pflanzen wachsen outdoor sehr hoch (bis zu 7 meter!) und sind auch indoor nur schwer im Zaum zu halten. Unter Kunstlicht neigen die Blüten dazu lang und dünn zu werden.

Cannabis Ruderalis

Cannabis Ruderalis ist eine kleinwüchsige, struppige Pflanze, die nur äußerst wenig THC enthält. Allerdings blüht sie früher als Cannabis Indica oder Cannabis Sativa. Cannabis Ruderalis ist eine wilde oder verwilderted automatisch blühende Art. Bereits wenige Wochen nach der Keimung beginnen die Pflanzen, Blüten auszubilden, während sie weiter wachsen.

Ruderalis bleibt eine eher kleine Pflanze mit einer Höhe zwischen 0,3 – 0,9 meter. Ihre für die frühe Blüte verantwortlichen Gene haben die Züchter bei den früh blühenden Varietäten eingebracht. Ihre Eigenschaft automatisch in die Blüte zu gehen, macht sie außerdem zur Grundlage für die Züchtung so genannter “Automatic”-Sorten.

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