Wissenswertes zum Thema Hanf

Vom Keimling bis zur Hanfpflanze

Der Wachstumszyklus einer Cannabispflanze umfasst die Keimung, die Sämlingsphase, die vegetative Phase und die Blütenphase. Die Qualität der geernteten Cannabisblüten hängt entscheidend von der Qualität der Hanfsamen ab.

Im Samen ist der genetische Bauplan der Pflanze gespeichert. Der Samen ist das Produkt geschlechtlicher Vermehrung und enthält Erbanlagen sowohl des männlichen als auch des weiblichen Elternteils. Manche Pflanzen, die sogenannten Zwitter, tragen sowohl weibliche als auch männliche Blüten. Die im Samenkorn gespeicherten Gene entscheiden über die Größe der Pflanze, die Formbildung der Wurzeln, des Stängels, des Blattwerks, der Blüte und ihren Cannabinoid-Gehalt.

Cannabiszucht aus eigenen Samen

Wer sich entscheidet, selbst Cannabis anzubauen, sollte sich im Vorfeld über seine Möglichkeiten und seine Ansprüche im Klaren sein, da es sehr viele unterschiedliche Cannabissorten auf dem Markt gibt.

Bevor man Cannabis-Samen erwirbt sollte man folgende Fragen beachten:

cannabis anbauen zuhause
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  • Welches Ziel habe ich mit dieser Sorte?
  • Maximales Ertragsgewicht in kürzest möglicher Zeit
  • Besondere Geschmacksnoten?
  • Hoher THC-Gehalt?
  • Vermeiden von Geruchsproblemen?
  • Niedrige Betriebskosten?

Hat man diese Punkte abgehakt, stehen noch weitere Entscheidungen bezüglich der Sorten, die man bestellen will, an. Leider haben THC-reiche Sorten oft auch einen starken Geruch.

Sinsemilla („Ohne Samen“)

Sinsemilla ist die wohl bekannteste und auch exklusivste Sorte unter den Hanfsamen. Der Begriff Sinsemilla (spanisch = „sin semilla“, „ohne Samen“) bezeichnet weibliche Cannabispflanzen, deren Blüten unbefruchtet bleiben. Die hochgeschätzten Sinsemilla-Buds sind aufgrund des außergewöhnlich hohen THC-Gehalts bei jeder Sorte der potenteste Teil der Pflanze. Natürlich muss man bei Sinsemilla vor dem Rauchen auch keine Samen heraussortieren.

Bleibt eine weibliche Pflanze unbefruchtet, hält die Blüte unvermindert an, bis die Bildung von Fruchtknoten bzw. die Harzproduktion sechs bis zehn Wochen nach der Umstellung auf die zwölfstündige Belichtungszeit (Photoperiode) ihren Höhepunkt erreicht hat. Prinzipiell lässt sich jede weibliche Pflanze zu einer Sinsemilla machen. Das geschieht durch rechtzeitiges Entfernen sämtlicher männlicher Pflanzen. Dies gewährleistet, dass kein Pollenkörnchen je eine weibliche Blüte berührt.

Besteht die Anbaufläche aber nur aus weiblichen Pflanzen, kann es mitunter Probleme durch Geschlechtsumkehrung geben. Mutter Natur erschafft ja nicht umsonst männliche und weibliche Pflanzen. Werden sämtliche männliche Pflanzen im Bestand geerntet, führt dies zu Stress und Irritationen bei den weiblichen Pflanzen. Ihnen fehlt das männliche Gegenstück zur Arterhaltung. Auf diesen Mangel reagieren sie manchmal, indem sie männliche Blüten bilden, um so für den notwendigen Pollen zu sorgen

Feminisierte Hanfsamen

Setzt man blühende weibliche Pflanzen einer 48 bis 72 Stunden währenden Dunkelheit aus, werden die meisten einige männliche Blüten entwickeln. Umweltfaktoren wie extrem hohe Luftfeuchtigkeit, übermäßiges Beschneiden und hohes Alter der Pflanze tragen ebenso zum Entstehen von Zwittern bei. Wann immer weibliche Pflanzen großem Stress ausgesetzt sind, neigen sie dazu, männliche Blüten zu bilden.

Werden die Pollen einer Zwitterpflanze zur Bestäubung einer weiblichen Pflanze benutzt, bilden sich in den Blüten Hanfsamen mit dominant weiblichem Erbgut, aus denen dann bis zu 100 % (je nach Umweltbedingungen) weibliche Pflanzen hervorgehen.

Seit 1998 gibt es vorrangig aus den Niederlanden stammende sogenannte feminisierte Hanfsamen.

Autoflowering Seeds (selbstblühende Cannabissamen)

Unter „Autoflowering Seeds“ versteht man Hanfsamen, welche selbstblühend sind. Das bedeutet, diese Samen sind aufgrund ihrer Genetik in der Lage, nach einer bestimmten Zeit automatisch in die Blüte zu gehen. Es sind in der Regel feminisierte Sativa – oder Indica-Sorten oder Hybride mit einer Wachstumszeit zwischen 4-8 Wochen.

Die Keimung eines Cannabis-Samen

cannabis-keimling
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Zum Keimen brauchen Cannabissamen lediglich Wasser, Wärme und Luft. Es empfiehlt sich, die Samen in Watte oder Taschentüchern lichtgeschützt vorkeimen zu lassen. Bei guter Befeuchtung und einer Temperatur von 21 bis 32 Grad Celsius werden sie in zwei bis sieben Tagen keimen. Höhe und zu niedrige Temperaturen wirken sich nachteilig bezüglich des Wachstums aus. Wenn alles gut geht, platzt die schützende Hülle auf und ein winziger weißer Spross erscheint. Dies ist die Keimwurzel, welche dann eingepflanzt werden kann.

Nach fünf bis sieben Tagen bilden sich die ersten Keimblätter und das Wurzelwachstum beginnt. Der Stängel wächst in die Höhe und einige Tage später entfaltet sich das erste Paar echte Blätter. Diese Wachstumsphase dauert drei bis sechs Wochen. Nun entwickelt sich vor allem das Wurzelsystem und der Zuwachs an Grünmasse ist gering. Wasser und Wärme sind in dieser Entwicklungsphase von größter Bedeutung. Eine junge Cannabispflanze liebt eine Temperatur von 24 Grad Celsius.

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