Cannabis

Marihuana – das beliebteste Psychedelicum (zurück)

Trichome der Cannabispflanze
Trichome der Cannabispflanze

Tetrahydrocannabinol, entahlten in Haschisch (Hasch), Gras, Cannabis oder “Dope”, gehört zu den psychoaktiven Cannabinoiden und ist der Hauptwirkstoff der Hanfpflanze (Cannabis sativa/Cannabis indica). Cannabis wird in der Regel als getrocknetes Gras oder in Platten gepresst angeboten. Haschisch wird traditionell geraucht – selten in Tee oder Kakao gelöst getrunken. Die Pflanzenteile nennt man Marihuana, das Cannabisharz wird als Haschisch bezeichnet.

Cannabis und Mensch vereint eine lange gemeinsame Geschichte. Seit jahrtausenden baut der Mensch Cannabis an. Zum einen um seine starken Fasern zu nutzen, zum Beispiel um Seile oder Papier herzustellen. Die psychoaktiven Wirkungen auf das Gehirn waren aber auch vor 2.000 Jahren ein Grund für eine stetige Kultivierung von Cannabis, die bis in die heutigen Tage konsequent vorgesetzt wurde.

Das Kief und die Kiffer

Das Wort “Kiffer” leitet sich ursprünglich von dem Wort Kief ab. In den Ländern um den 30. Breitengrad (Afgahnistan, Libanon, Marroko, Nepal) beschreibt Kief sowohl einen Prozess als auch ein Produkt. Kief ist ein einfacher Vorgang, indem die THC-haltigen Harzdrüsen (Bild oben, rechts) im ersten Arbeitsschritt der Haschischherstellung von dem Pflanzenmaterial getrennt werden.

Die harzigen Pollen werden durch Sieben von den Blättern und den Blüten getrennt: das so entstandene Kief hat unterschiedliche Qualitäten, je nachdem wie oft es gesiebt wurde und auf welche Art und Weise. So entsteht ein Kief von hellbrauner bis blassgrüner Farbe. Die hellbraunen Harzdrüsen sind von hoher Qualität, wo hingegen ein Kief von grünlicher Farbe Pflanzenreste (also auch Chlorophyll) enthält.

Cannabis-Hybride
Cannabis-Pflanze in der Blüte

Es wird viel über den Gebrauch des Wortes Kief debattiert, weil dieser Ausdruck ursprünglich aus dem Marokkanischen stammt und eine Mischung von Gras und Tabak beschreibt. In Amsterdam und in vielen Teilen von Europa wird Kief manchmal als Pollen oder Polm bezeichnet. Bei den Franzosen und Afrikanern ist das Wort Kief auch eine umganssprachliche Bezeichnung, die toll und großartig bedeutet.

Die verschiedenen Cannabis-Sorten

Cannabis wird gerne in drei verschiedenen Varietäten, nämlich Cannabis Indica, Cannabis Sativa und Cannabis Ruderalis eingeordnet. Diese Einordnung gilt allerdings als veraltet. Wissenschaftliche Untersuchungen haben ergeben, das Cannabis lediglich auf eine Varietät zurückzuführen ist, nämlich Cannabis Sativa L.. Siehe auch den Artikel zum Thema “Neusequenzierung des gesamten Genoms“, auf dieser Site.

Cannabis-Indica hat sich in Zentralasien entwickelt. Indicas, einschließlich der Kush-Sorten, zeichnen sich durch besondere Merkmale aus: sie sind verhältnissmäßig klein, haben breite Bläter und einen kleinen Wuchs.

Cannabis-Sativa kommt ursprünglich aus dem asiatischen Raum – Thailand, Vietnam, Laos, Kambodscha und Nepal – und hat unterschiedliche Wachtumscharakteristika. Sie ist in der ganzen Welt heimisch. Die stärkeren Sorten sind in äquatorialen und sub-äquatorialen Zonen zu finden.

Cannabis-Ruderalis ist eine kleinwüchsige, struppige Pflanze, die nur äußerst wenig THC enthält. Allerdings blüht sie früher als Cannabis Indica oder Cannabis Sativa. Cannabis Ruderalis ist eine wilde oder verwilderte automatisch blühende Art, welche kaum oder gar kein THC enthalten.

Marijuana ist derzeit die am intensivsten kultivierte Pflanze. Das liegt vor allem an dem Verbot von Cannabis und Cannabis-Samen. Durch diese intensive Züchtung und Kreuzung verschiedener Cannabis-Sorten ist in den letzten 30 Jahren eine unglaubliche Vielfalt an Gras-Sorten entstanden. Diese verschiedenen Sorten haben unterschiedliche Wirkprofile, individuelle Wuchseigenschaften und jeweils spezifische Geschmacks- und Geruchsnoten. Die Pflanzen wurden so weit optimiert, das auch ein ambitionierter Laie heute schon recht problemlos Cannabis anbauen kann; er hat dabei die Wahl zwischen Sorten, die “feminisiert” sind, also Samen einzusetzen die in (fast) jedem Falle eine weibliche Pflanze produzieren oder solchen die automatisch in die Blüte gehen.

Die Wirkung des Cannabis’ auf den menschlichen Körper

Cannabis enthält unter anderem Δ9-THC (delta-9-Tetrahydrocannabinol), welches maßgeblich an den psychoaktiven Wirkungen des Hachischs, bzw. des Grases beteiligt ist. THC wirkt überlkeitslindernd, schmerzlindernd, entzündungshemmend, entspannend und zuweilen krampflösend.

Neben dem Δ9-THC kommen auch noch andere Cannabinoide – wie das Cannabidiol (CBD), das Cannabinol (CBN) oder das Cannabichromen (CBC) – in der Hanfpflanze vor. Sie alle wirken an unserem körpereigenen Cannabinoidsystem. Die Tatsache, dass ein Mensch ein solches System überhaupt hat, bedeutet, dass wir alle auch körpereigene Cannabinoide (die sogenannten Endocannabinoide) produzieren.

Cannabidiol (CBD) wirkt nicht berauschend. Es bindet sich an eine besondere Art der Cannabinoid-Rezeptoren, dem sogenannten CB2-Rezeptor. Dies erklärt viele Eigenschaften des CBDs. Zum Beispiel ergaben klinische Studien zur Schmerzlinderung, dass eine 50:50-Mischung von THC und CBD die besten analgetischen Wirkungen hat. Ebenso deutet die Konzentration der CB2-Rezeptoren im Darm darauf hin, dass sie für die Eigenschaft des Marijuana verantwortlich sind, Appetit zu erzeugen, Übelkeit zu kontrollieren und Magen-Darm-Krämpfe zu verringen. Außerdem verhindert CBD das Wachstum von Krebszellen.

Therapeutisch kann Cannabis zur Senkung des Augeninnendrucks beim Glaukom (Grüner Star) angewendet werden. Auch bei einer Chemotherapie kann damit die Übelkeit und das Erbrechen bekämpft werden. Bei AIDS hilft die appetitanregende Eigenschaft, die Abmagerung zu verhindern oder zu verzögern. Die Auswertung von sechs Studien zu “Cannabis und Multiple Sklerose” ergab übereinstimmend einen Trend zu verringerten Spastiken und verbesserter Mobilität von MS-Patienten mit der Anwendung von Cannabisprodukten als Therapeutikum (BMC Neurology 2009, vom 04.12.2009). Weiter ist die berauschende, stimmungsaufhellende Wirkung bei diesen schweren Krankheiten sehr hilfreich.

Andere Cannabisbestandteile sind Tetrahydrocannabivarin (THCV), das traditionell in geringen Mengen in chemischen Varietäten in Südafrika vorkommt. Es wird gegenwärtig für die Behandlung des metabolischen Syndroms, das häufig der Entwicklung des Typ-II-Diabetes vorausgeht, untersucht.

Andere Phytocannabinoide, die zur Zeit untersucht werden, umfassen Cannabigerol (CBG) für Prostatakrebs, Cannabidivarin (CBDV) für Epilepsie und verschiedene andere.

Marihuana ist ein nützliches Therapeutikum für eine unfassbare Anzahl an Krankheisbildern und Leiden. Darüber hinaus ist die medizinisch wirksame Pflanze überaus sicher.


Weiterführende Informationen zu Cannabis und Hanf

Die verschiedenen Sorten im Überblick: Cannabis Sativa, Cannabis Indica und Cannabis Ruderalis
Gras anbauen zuhause: Infos zum Homegrowing
Cannabis als Therapeutikum: Cannabis als Medizin
Cannabis: Neusequenzierung des gesamten Genoms

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