Synthetische Cannabinoide

Künstliche Cannabinoide sind hochpotent und gefährlich

Cannabis enthält neben THC, dem am stärksten psychotrop wirksamen Inhaltsstoff, eine große Zahl weiterer Cannabinoide und Pflanzenstoffe. Immer wieder wird versucht, aus vorhandenen in der Natur vorkommenden Substanzen neue – auch medizinisch wirksame – Präparate herzustellen. Eine dieser Substanzen ist das „JWH 18“, welches auch als „Spice“ bekannt ist. Entgegen der landläufigen Meinung, ist diese Substanz nicht in einem „Hinterhof-Labor“ hergestellt worden, sondern stammt aus hochtechnologischen Forschungslabors aus den USA. Der Chemiker, der den einzelnen neuen Cannabinoiden seinen Namen gab ist John W. Huffmann (deshalb auch JWH).

Künstliche Cannabinoide können sowohl halbsynthetisch hergestellt werden, das bedeutet aus natürlichen Cannabinoiden, aber auch vollsynthetisch, d. h. aus einfachen Grundstoffen. Synthetische Cannabinoide werden medizinisch genutzt, dienen aber auch in der Neurowissenschaft dazu, die Cannabinoidwirkung im Gehirn zu verstehen.

Synthetische Cannabinoide

synthetische cannabinoide
John W. Huffmann

Synthetische Cannabinoide ist eine Familie von Verbindungen, welche die Effekte von Marihuana nachahmen. Sie sind ebenfalls unter den Markennamen K2 und Spice bekannt, die beide weitestgehend als Handelsname für beliebige Produkte synthetischer Cannabinoide verwendet werden.

Studien weisen darauf hin, dass Vergiftungen mit synthetischen Cannabinoiden mit akuten Psychosen und der Verschlimmerung von zuvor stabilen psychotischen Störungen unter gefährdeten Personengruppen assoziiert sind. JWH-018 und JWH-073 sind als primäre Agonisten des Rezeptors für synthetische Cannabinoide verantwortlich für die euphorisierende und psychoaktiven Effekte, die Marihuana imitieren, und die in einer Vielzahl von Verbindungen von „pflanzlichen“ Räuchermitteln oder Rauchmischungen gefunden werden. Die am Populärsten unter den pflanzlichen Rauchprodukten sind bekannt unter den Markennamen K-2, K-3, Spice, Genie, Black Mombo, Pot-pouri, Buzz, Pulse, Hush, Mystery, Earthquake, Ocean Blue, Stinger, Yucatan Fire, und viele andere.

Wirkung der synthetischen Cannabinoide auf den Körper

Synthetische Cannabinoide enthalten zwar kein Tetrahydrocannabinol (THC), erzeugen aber eine dem Marihuana ähnliche Wirkung. Häufige akute körperliche Wirkungen von Cannabinoiden sind Müdigkeit, Schwindel, Herzrasen, plötzlicher Blutdruckabfall, Mundtrockenheit, reduzierter Tränenfluss, Muskelrelaxation und Steigerung des Appetits. Es wurden bisher keine akuten Todesfälle beschrieben, die eindeutig allein auf den Konsum von Cannabis oder eine Behandlung mit Cannabinoiden zurückgeführt werden können.
(zur Wirkung siehe auch unten unter: „Verschiedene synthetische Cannabinoide: Wirkspektrum und Rechtliches“

Neue synthetische Cannabinoide im Umlauf!

ADB-BUTINACA (ADB-BINACA) ist ein synthetisches Cannabinoid, das erst 2019 auf dem europäischen Markt aufgetaucht ist und bisher kaum wissenschaftlich erforscht ist.

Wie schon gesagt sind „Synthetische Cannabinoide“ Verbindungen, die eine ähnliche Wirkung wie Tetrahydrocannabinol (Δ9-THC) erzielen. Die meisten Verbindungen sind jedoch um ein Vielfaches stärker und teilweise auch länger wirksam als THC. Daher kommt es durch den Konsum von synthetischen Cannabinoiden vergleichsweise häufiger zu Überdosierungen und Vergiftungen, die sich wie folgt äußern können: Bewusstlosigkeit/Koma, Effekte auf das Herz- Kreislaufsystem (wie Herzrasen bis hin zum Herzstillstand), Krampfanfälle, Übelkeit mit Erbrechen, Verwirrtheit, akute Psychose oder aggressives Verhalten. Bewusstlosigkeit stellt ein Erstickungsrisiko dar, wenn es dabei zum Erbrechen kommt. Die Gefahr einer Überdosierung kann durch eine ungleichmäßige Verteilung der Substanz auf dem Trägermaterial

F-MDMB-BICA ist ein synthetisches Cannabinoid, das erst vor wenigen Monaten auf dem
europäischen Markt aufgetaucht ist und über welches so gut wie keine (wissenschaftlichen)
Informationen vorliegen. 4F-MDMB-BICA wurde bereits in Zusammenhang mit
lebensbedrohlichen Überdosierungen und Todesfällen gebracht. Synthetische Cannabinoide
sind Verbindungen, die eine ähnliche Wirkung wie Tetrahydrocannabinol (Δ9-THC) erzielen. Die
meisten Verbindungen sind jedoch um ein Vielfaches stärker und teilweise auch länger wirksam
als THC. Daher kommt es durch den Konsum von synthetischen Cannabinoiden
vergleichsweise häufiger zu Überdosierungen und Vergiftungen, die sich wie folgt äußern
können: Bewusstlosigkeit/Koma, Effekte auf das Herz-Kreislaufsystem (wie Herzrasen bis hin
zum Herzstillstand), Krampfanfälle, Übelkeit mit Erbrechen, Verwirrtheit, akute Psychose oder
aggressives Verhalten. Bewusstlosigkeit stellt ein Erstickungsrisiko dar, wenn es dabei zum
Erbrechen kommt. Die Gefahr einer Überdosierung kann durch eine ungleichmäßige Verteilung
der Substanz auf dem Trägermaterial (z.B. Cannabisblüten) verstärkt werden. Da es sich um
wenig erforschte Substanzen handelt, können bisher keine zuverlässigen Aussagen über
Wirkungen, Risiken und Langzeitfolgen gemacht werden. Vom Konsum wird dringend
abgeraten!

Nachweisbarkeit von synthetischen Cannabinoiden

Synthetische Cannabinoide können mit herkömmlichen THC-Drogenschnelltests nicht nachgewiesen werden. Im Urin lassen sich synthetische Cannabinoide und deren Metaboliten mit speziellen Tests bei Gelegenheitskonsumenten bis zu 72 Stunden, bei Dauerkonsumenten einige Wochen nachweisen.

Synthetische Cannabinoide – Jetzt auch mit Urinschnelltest nachweisbar

Verschiedene synthetische Cannabinoide: Wirkspektrum und Rechtliches

Bereits im Januar 2009 hatte das Bundesministerium für Gesundheit Kräutermischungen, die unter dem Handelsnamen „Spice“ verkauft wurden, in einem Eilverfahren verboten. Das Verbot umfasste auch vergleichbare Produkte mit den synthetischen Cannabinoiden JWH-018 und CP-47. Folgende synthetische Cannabinoide wurden 2013 gemäß der 27. Verordnung (siehe unten) in Anlage II des BtMG aufgenommen:

  • AKB-48 und AKB-48F
  • AM-1220 und AM-1220 Azepan-Derivat
  • AM-2201, AM-2232 und AM-2233,
  • 5-Fluorpentyl-JWH-122 (MAM-2201),
  • JWH-307
  • RCS-4 ortho-Isomer (o-RCS-4),
  • UR-144 und 5-Fluor-UR-144.

Das Azepan-Derivat von AM-1220 wurde Ende 2011 / Anfang 2012 in Verbindung mit AM-1220 als Wirkstoff in mehreren sog. Kräutermischungen festgestellt. Die Wirkung soll laut Konsumentenberichten ausgesprochen stark sein. Von Nebenwirkungen wie Bluthochdruck, Brustschmerzen, Muskelschwellungen, geschwollenen Lymphknoten, starkem Hungergefühl, Schweißausbrüchen, Schlaflosigkeit, körperlicher Erschöpfung und Gedächtnislücken wird berichtet.

Weiterhin wird insbesondere bei diesen Cannabinoiden der AM-Serie eine hohe Toleranzentwicklung und damit verbundene Dosissteigerung beobachtet.

AM-2201 und AM-2232 sind strukturell eng verwandt mit den Cannabinoiden JWH-018 und JWH-019, die bereits verboten sind. AM-2233 ist strukturell verwandt mit dem ebenfalls dem BtMG bereits unterstellten AM-694. Diese Stoffe weisen eine starke Wirksamkeit an den Cannabinoid-Rezeptoren auf.

Im Zusammenhang mit einer Kräutermischung mit dem Wirkstoff UR-144 sind beispielsweise Fälle von Kreislaufzusammenbrüchen und ein vorübergehender Herzstillstand, der notfallmedizinisch behandelt werden musste, aufgetreten.

MDMB-4en-PINACA ist wie auch andere synthetische Cannabinoide bei der gleichen Menge um ein vielfaches stärker und vermutlich auch länger wirksam als Cannabis1. Auch Todesfälle wurden im Zusammenhang mit dem Konsum von MDMB-4en-PINACA bereits berichtet.

Links zum Thema: Lucy’s Rausch und synthetische Cannabinoide

https://lucys-magazin.com/synthetische-cannabinoide-in-cannabisprodukten

PDf-Download: Sythetische Cannabinoide

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