Traumpflanzen und andere Oneirogene

Traumpflanzen: Das Kraut der Schamanen

Viel Interesse gibt es um Themen, wie das Klarträumen, das bewusste Steuern von Träumen, oder auch „nur“ um ein besseres Erinnerungsvermögen nach dem Traum. Seit einiger Zeit schon gibt es eine eher begrenzte Literatur zum Thema, dagegen aber ein breites Interesse.

Nicht nur in der Psychonautik, sondern auch in der breiten Bevölkerung gibt es seit langer Zeit schon Tendenzen, die auf natürliche Weise ein starkes Interessse daran haben, an Informationen aus dem (Unter)-Bewusstsein zu kommen – und das – ohne auf „stärkere“ Wirkstoffe zugreifen zu müssen.

traumpflanzen-andere-Oneirogene

Die Gründe für die Arbeit am eigenen Selbst können sehr unterschiedlich sein: ein lange zurückliegendes Trauma, wiederkehrende Alpträume, oder einfach das Interesse an so etwas wie „der anderen Seite“, können der Auslöser sein, sich intensiver mit dem eigenen Bewusstsein auseinander zu setzen. (Bild: Gelbrinden-Akazie, Wikipedia)

Das Potential dieser Pflanzen offenbart sich vor allem im Schlaf

In der Fachtermonologie werden Traumpflanzen als Oneirogene, als psychoaktive Pflanzen bezeichnet, welche einen trauminduzierenden Zustand auslösen, verstanden. Dieser Begriff stammt aus dem Griechischen und bedeuitet übersetzt „Träume erzeugend„. Die unmittelbare Wirkung ist subtil und entfaltet sich vor allem im Schlaf oder der Meditation/Kontemplation. Das Erinnerungsvermögen an Träume wird verschäft und bei geübten „Träumern“, sind so genannte Klarträume häufiger, bzw. leichter zu realisieren.

Oneirogene Methoden – geistbewegende Techniken

Aber „oneirogen“ bedeutet nicht nur, dass dieser Weg substanzabhängig sein muß. Oneironauthen – wie sie im psychedelischen Fachjargon genannt werden, bedienen sich klassischer Weise auch – und vor allem zunächst – Methoden, die „nonpharmakologische Techniken“ genannt werden.

Dazu gehören Techniken der Autosuggestion, Rhytm, Napping, Wake-Initation of Lucid Dreams (WILD) u.a.. Diese Techniken können zur Traumintensivierung eingesetzt werden und somit auch als Oneirogene Methoden bezeichnet werden.

Oneirogene Pflanzen – Traumpflanzen zur Introspektion

Zu den Traumpflanzen gehören einige wichtige Pflanzen. Hierzu gehören unter anderem Aztekisches Traumgras, Afrikanische Traumwurzel, Glänzende Studentenblume, die Gelbrinden -Akazie, der Intellektbaum und viele andere.

Es würde den Rahmen dieses Artikels bei weitem sprengen, würden wir hier auf die einzelnen Pflanzen angemessen eingehen wollen. Kurz sei gesagt, dass das Saatgut im ethnobotanischen Fachhandel (wie „Azarius“) bezogen werden. In der Regel benötigt man ein kleines Zimmergewächshaus oder Pflanzenkübel um erfolgreich diese freiverkäuflichen Samen anzubauen und zu kultivieren.

Einige Traumpflanzen und deren Wirkung:

  • Silene capensis ist eine zentrale Zutat eines rituellen Schamanentrankes der Zulu (u.a.). Eingesetzt wird der so genannte Traumbaum in erster Linie um lebhafte und visionäre Träume herbeizuführen. Zur rituellen Reinigung, vor und nach der Divination-, als Heil- oder bei Initationszeremonien, werden hochdosierte Zubereitungen aus der Traumwurzel außerdem als Emetikum (Brechmittel) sowie für äußerliche Körperwaschungen verwendet.
  • Artemisia vulgaris ist uner dem Namen Beifuß bekannt und eine der ältesten Heilpflanzen überhaupt. Beifuß wurde unter anderem bei Vergiftungen oder Bissen von Tieren aller Art eingesetzt und auch vorbeugend gegen wilde Tiere oder Sonnenstich. Beifuß gilt als Mittel gegen Depression, Angst- und Schwächezustände, Reizbarkeit und Unruhe, wie auch Psychoneurosen oder Schlafstörungen. Auch seine verdauungsfördernde Wirkung ist bekannt.
  • Tagetes lucida Cav. ist eine in Mexiko beheimatete Heil-, Gewürz- und Ritualpflanze, welche schon seit Jahrtausenden eingesetzt wird. Das getrocknete Kraut wird in rituellen Settings auch im Rahmen von- Peyote-Zeremonien geräuchert und geraucht. Als Analgetikum wird es bei Bauch- und Kopfschmerzen verwendet. Daneben dient es zur Behandlung bei Durchfall, Hhusten, Fieber und Schluckauf.
  • Vachellia Xanthophloea, die Gelbrinden -Akazie ist auch bekannt unter den Namen Mukanya kude oder Fieberbaum. Sie soll unsere Träume intensivieren und uns sogar dabei helfen Antworten auf Fragen zu bekommen, die wir uns vor dem Einschlafen stellen. Die Wirkung ist stimulierend, fiebersenkend und sie intensiviert das Träumen.
  • Alepidea Amatymbica, gebräuchlicher Name ist „Ikhathazo“, ein eher unbekanntes Kraut unter den Ethnobotanikern. Unter Klartraum-Fans erfreut es sich einer steigenden Beliebtheit, da es ganz klar dazu beiträgt, Träume anzuregen. Die Hauptwirkstoffe sind hohe Konzentrationen von Diterpenen des Kaurene Typs, außerdem Dehydrokaurenoic und Kaurenoic Säure (Kaurenosäure hat eine antibakterielle Wirkung und auch uterusentspannende Eigenschaften, siehe: Wikipedia). Beheimatet ist sie an der Ostküste Zimbabwes bis zum Norden Afrikas (Äthiopien, Kenia).
  • Hieracium pilosella, Das Habichtskraut kommt in Mitteleuropa häufig vor, bevorzugt an trockenen Stellen. In lichten Wäldern, an Wegen, auf Trockenwiesen und Heiden sowie an Mauern und Gesteinen. Die Pflanze enthält Flavonoide und Cumarine, beispielsweise Umbelliferon und Skimmin. Interessanterweise induzieren die verschiedenen Hieracium-Spezies, wenn sie geraucht werden, psychoaktive Effekte, die denen des Hanfs in der Tat ähneln, jedoch deutlich milder sind.
  • Peganum harmala, die Syrische Steppenraute ist eine uralte Heilpflanze, die unter dem Namen Steppenraute bekannt ist. Diese Pflanze war eine der bedeutendsten Ritualpflanzen im Nahen Osten. Das Verbreitungsgebiet der Syrische Steppenraute erstreckt sich vom östlichen Mittelmeerraum über den Norden Indiens bis hin in die Mongolai und Manschurien. Sie ist häufig im Jemen und der Negevwüste anzutreffen. Hin und wieder findet man Exemplare in Griechenland und Zypern.

Buchtipp: Der Schamanengarten

der-schamanangarten
ISBN: 978-3-03788-379-2

Kevin Johann

Psychoaktive Pflanzen anbauen? Mit diesem Buch kein Problem! Growbücher für Cannabis gibt es wie Sand am Meer. Aber wie baut man die anderen psychotropen Schamanenpflanzen im eigenen Garten oder auf der Fensterbank an? Und welche rituelle Praxis und schamanisch-psychonautische Geisteshaltung sind für das Gedeihen der Reisekräuter und Zauberpflanzen förderlich und von traditioneller Bedeutung?


Autor Kevin Johann erklärt es in diesem Fachbuch für alle Freunde des geistbewegenden Gartenbaus. Mit Anbau- und Kulturanleitungen für Ephedra, Kalmus, Mohnarten und diverse Nachtschattengewächse, für psychoaktive Winden und Seerosen, DMT-haltige Gewächse, berauschende Sukkulenten und viele mehr.

Quelle: Lucy’s Rausch, Ausgabe 5, 2017

Filed under: naturdrogenTagged with: , , ,