Drogen-Mischkonsum

Verschiedene Drogen – verschiedene Konsumformen

Wer sich entscheidet Drogen zu konsumieren, sollte sich unbedingt vorher über die Wirkung, Nebenwirkungen und die Gefahren informieren – denn beim Konsum von illegalisierten Substanzen (“Drogen”) kommt es manchmal auch zu einem Mischkonsum mit anderen psychotropen Substanzen. Nicht immer sind diese Vermischungen gefahrlos.



Einzelne Substanzen wechselwirken verschieden stark mit anderen, weshalb es sehr wichtig ist, zuerst die einzelnen Substanzen in ihrer Wirkung kennenzulernen. Erst danach ist man in der Lage, die verschiedenen Wechselwirkungen mit anderen Stoffen abschätzen zu können und Risiken zu vermeiden (siehe auch:Verschiedene Drogen – verschiedene Konsumformen).

Beachte beim Drogen-Mischkonsum:

Grundsätzlich sollte man den Wirkungseintritt der einen Substanz abwarten, bevor man die nächste konsumiert. Danach kann man immer noch in Ruhe darüber nachdenken, ob es wirklich nötig ist, noch etwas nachzulegen.

Wenn du Medikamente nimmst, dann informiere dich vorher über mögliche riskante Wechselwirkungen mit Drogen. Sprich mit deinem Arzt.

Wenn du mit Freunden unterwegs bist, dann informiere die Anderen über deinen Mischkonsum. So kann – falls es zu Komplikationen kommt – ein gerufener Arzt schneller reagieren.

Hier sollen nur einige der gängigsten Mischkonsumformen aufgezeigt werden.

Drogen-Mischkonsum graphisch dargestellt

Aus dieser Graphik kann entnommen werden, wie Konsumenten selbst die Wirkung der zweier Kombinationen bewerten:

Drogenmischkonsum
Drogenmischkonsum

Die Kombination von zwei oder mehreren Substanzen birgt erhebliche Risiken für den Drogengebraucher. Trotzdem kommt es immer wieder zu Situationen, in denen Einzelne mehrere Substanzen miteinander kombinieren.

Dies ist zum Beispiel beim sog. “Runterkommen” von extrem aufputschenden Substanzen wie Speed der XTC (MDMA) der Fall. Gerne wird gekifft, wenn die Substanzwirkung nachlässt. So wird das “Runterkommen” als angenehmer empfunden.

Manchmal versucht man auch mit MDMA der Wirkung von LSD entgegenzukommen. Hier wiederum wird der Wirkungseintritt des LSDs als angenehmer empfunden, da das einige Stunden vorher genommene MDMA “auflockert”.

Was ist Mischkonsum (Multipler Substanzgebrauch)?


Die Kombination von zwei oder mehr psychedelischer Substanzen wie LSD und Psilocybin hat fast keine Wirkung. Es besteht eine sog. “Kreuztoleranz“. Das bedeutet, die aktuelle Wirkung kann von der danach konsumierten Substanz kaum beeinflusst werden. Dieses Phänomen ist eine absolute Ausnahme und betrifft ausschließlich die genannte Stoffgruppe. In der Regel verstäken sich nämlich Substanzen mit ähnlichen Eigenschaften.

Manchmal mischt man auch Substanzen, die Antagonisten (Gegenspieler) sind. Für Einige liegt gerade in der gegensätzlichen Wirkung der besondere Reiz (wie zum Beispiel beim Speed und Haschisch).

Mischt man Substanzen mit ganz ähnlichen Eigenschaften miteinander – wie GHB und Alkohol potenzieren (verstärken) sich diese Stoffe gegenseitig, so dass es zu lebensgefährlichen Situationen (Koma, Atemstillstand) kommen kann.

Das bedeutet, Mischkonsum ist unter bestimmten Umständen sehr gefährlich. Lass es am besten ganz sein, oder informiere dich wenigstens vorher genau über die einzelnen Substanzen, deren Dosis und deren Wirkung.

Ecstasy (also MDMA) und Speed

Auch keine gute Idee. Das Speed macht die MDMA-Wirkung kaputt. Der Rausch wird dann weniger emotional und insgesamt kälter. Kopfkino, Paranoia. Es kann zu Überdosierungen kommen. Ebenso ist die Wahrscheinlichkeit für Gehirnschäden größer. Das Stimmungstief nach der Substanzwirkung ist größer und dauert länger.

Ecstasy (also MDMA) und Methamphetamin (Crystal):

Methamphetamin hebt die MDMA-Wirkung auf. Erst nach drei oder mehr Wochen Konsumpause hat sich der Körper wieder soweit regeneriert, dass MDMA seine Wirkung entfalten kann. Beide Substanzen stellen eine Extrembelastung für den Kreislauf dar (siehe auch: Serotonin-Syndrom)

Ecstasy und Viagra:

Vorsicht: Viagra (Sildenafil) hat eine extrem verstärkende Wirkung bei Ecstasykonsum (MDMA). Das heißt, es muss wesentlich geringer Dosiert werden. Es kann zu einer starken Belastung des Herz-Kreislauf-Systems kommen. Sildenafil ist ein Piperazin-Derivat.

Kokain und Speed (Amphetamine):

Diese Kombination schlägt gehörig auf den Kopf. Das Speed macht die Kokainwirkung kälter und rationalisiert die Gesamtsituation auf anstrengende Art und Weise: Kopfkino (“filme fahren”) und Paranoia bis hin zum Verfolgungswahn. Die Dopaminkonzentration im Gehirn erhöht sich sehr stark. Es kann zu extremen Belastungen des Herz-Kreislaufsystems kommen. Das Stimmungstief nach der Substanzwirkung ist größer und dauert länger.

Kokain und Alkohol:

Die Wirkung des Alkohol wird nicht wirklich wahrgenommen. Man hat das Gefühl mehr trinken zu können, was natürlich nicht stimmt. So kommt es oft zur Selbstüberschätzung. Gefahr von Alkoholvergiftung, Koma und Atemstillstand.

Kokain und Heroin:

Ein Beispiel für die Kombination von sogenannten Antagonisten (Gegenspieler), und gleichzeitig eine sehr gefährliche Mischung. Es kann zu Überdosierungen kommen. Gefahr eines Atemstillstandes, Herzversagen.

LSD und Speed (Amphetamin)

Hat man LSD genommen, sollte man unbedingt auf die Einnahme von Speed (Amphetaminen) verzichten. Das Speed macht das LSD-Erleben unnötig diffus und “kopflastig” (Kopfkino, “Filme fahren”). Außerdem wirkt das LSD nicht mehr so klar und so stark wie vorher. Es können Verwirrtheitszustände auftreten und der Hangover verlängert sich unter Umständen.

LSD und Crystalmeth

Crystalmeth verkürzt den LSD-Trip erheblich. Die Erlebnisqualität wird ähnlich beschrieben wie bei der Kombination von LSD und Amphetamin. Doch betonen zahlreiche Konsumenten, daß die Wege der psychedelischen Reise mit Methamphetamin als Stimulans stringenter (bündiger, zwingender, logischer, strenger) sind als mit Amphetamin und die gewonnenen Eindrücke noch klarer und transparenter als mit Amphetamin.

LSD und Ketamin

LSD und Ketamin in Kombination wird sowohl im Party-Setting als auch im Rahmen psyychonautischer Ausflüge gebraucht, wobei im Party-Setting Ketamin wesentlich niedriger zu dosieren ist als bei den rein psychonautischen Trips. Im Party-Setting wird Ketamin während der vollen LSD-Wirkung zur plastischen Aufhellung oder Intensivierung des LSD-Trips in Dosierungen zwischen 20 und 25 Milligramm nasal konsumiert (1 Gramm Ketamin ergibt 50 Portionen à 20 Milligramm oder 40 Portionen
à 25 Milligramm). Höhere Dosierungen sind im Party-Setting ungeeignet, da das Reaktionsvermögen und die Artikulationsfähigkeiten eingeschränkt sind.

Höhere Dosierungen von Ketamin für echte psychonautische Experimente werden vorzugsweise eher gegen Ende der LSD-Wirkung eingenommen, da die Landung von der Ketamin-Reise auf LSD von vielen Psychonauten als hart und manchmal recht unangenehm beschrieben wird. Wenn die LSD-Wirkung nahezu gleichzeitig mit der Ketamin-Wirkung ausklingt, fällt die Landung hingegen weicher aus und die Erholungsphase nach dem Trip wesentlich angenehmer und entspannter.

LSD und Psylocybin oder LSA

Grundsätzlich besteht hier eine so genannte “Kreuztolernanz” (siehe oben), was bedeutet, die zeitlich versetzte Kombination dieser Substanzen erhöht NICHT die Wirkung. Wenn man – zum Beispiel LSD – in einer hohen Wirkdosis (200-300 microgramm) nimmt, kann das später eingenommene Psychedelikum (wie Psylocibin oder LSA) seine Wirksamkeit nicht mehr entfalten.

LSD und Buprenorphin (Subutex, Suboxone etc.)

Da Subutex (Buprenorphin) ein halbsynthetisch hergestelltes Opioid ist, wirkt es der LSD-Wirkung entgegen. Das bedeutet, dass die Wirkung des LSD extrem eingeschränkt wird. Unter Umständen kann sogar die Wirkung des LSD gänzlich verschwinden, oder der “Trip” kann nicht richtig “durchkommen”, solltest du das Substitut vorher genommen haben. Gleiches gilt übrigens auch für andere Substitutionsmittel wie Methadon oder Polamidon.

MDMA und 2C-B

Die gleichzeitige Einnahme von MDMA und 2C-B kann leicht zu Verwirrungen führen. 2C-B entwickelt die besten Eigenschaften in Kombination mit MDMA, wenn 2C-B etwa 5-6 Stunden nach der Einnahme von MDMA appliziert wird, also dann, wenn die MDMA-Wirkung nachzulassen beginnt. Die umgekehrte Reihenfolge wird von vielen Probanden als unangenehm beschrieben.

2C-B entwickelt eine Toleranz, die anfänglich mit einer Dosiserhöhung ausgeglichen werden kann, später aber stabilisiert sich eine ziemlich individuelle aber konstante Dosis, je nach gewünschter Intensität. Im allgemeinen kann man nach dem Gebrauch von 2C-B leicht Schlaf finden, Katersymptome am nächsten Morgen sind eher selten und individuell und dosisabhängig

MDMA und tryzyklische Antidepressiva oder MAO-Hemmer

Die gleichzeitige Einnahme von MDMA und Antidepressiva wie Tryzyklila oder Substanzen, die die Monoaminooxidase hemmen (MAO-Hemmer), ist sehr gefaährlich, da es bei solchen Kombinationen zu einer zentralen Serotoninkrise mit überschießender Serotoninkonzentration kommen kann. Hierbei kommt es nach anfänglicher Euphorie zu Muskelzuckungen, erhöter zerebraler Krampfbereitschaft mit eventuell epileptischen Anfällen, Hyperthermie, Bewusstseinsstörungen, bis hin zum Tod.

MDMA und Kokain

Durch die gleichzeitige Einnahme beider Substanzen erhöht sich die Wahrscheinlichkeit für Hirnschäden, infolge einer stark erhöhten Serotonin- und Dopaminkonzentration im Hirn. Das “Draufgefühl” wird extrem verstärkt. Bei gutem Kokain überlagert das Kokain den MDMA-Rausch. Er wird “kälter” und emphatogene Tendenzen treten in den Hintergrund.

MDMA und LSD (oder Psilocybin):

Auch eine weit verbreitete Kombination. Auch hier erhöht sich der Serotoninspiegel im Gehirn sehr stark. Es kann zu starken Halluzinationen kommen. Die Körpertemperatur steigt – Gefahr eines Kollaps.

MDMA und MDA

MDA wird auch als die Muttersubstanz des MDMA bezeichnet. MDA ist ein Entaktogen und seine Wirkung ist ähnlich wie MDMA, wird jedoch als härter,
stärker und weniger “magisch” als MDMA empfunden. Zudem ist eine halluzinogene Wirkkomponente möglich. Bei falscher Anwendung
(zum Beispiel bei zu hoher Dosierung) können unter Umständen Verwirrtheitszustände auftreten. MDA Dosierungen von über 100 mg sollten von unerfahrenen Psychonautikern nicht genommen werden.

MDMA (Ecstasy) und m-CPP:

Diese Wirkungen sind noch nicht erforscht! Beim Mischkonsum kann m-CPP Übelkeit, starke Kopfschmerzen und Depressionen auslösen. (siehe auch: Research-Chemicals)

GHB und Alkohol

Eine sehr gefährliche Kombination! Diese Substanzen verstärken sich gegenseitig.
Es kann zu komatösen Zuständen führen, zu Ohnmachtsanfällen. Außerdem besteht eine erhöhte Gefahr des Atemstillstandes.

GHB und Ketamin:

Beide Substanzen werden als Narkosemittel eingesetzt und sedieren (beruhigen) sehr stark. Das bedeutet, dass ein Mischkonsum lebensgefährlich ist! Es besteht die Gefahr eines Atemstillstandes.

Heroin (Opiate) und Alkohol:

Gar keine gute Idee! Diese Substanzen verstärken sich gegenseitig. Es kann zu komatischen Zuständen führen, zu Ohnmachtsanfällen. Außerdem besteht eine erhöhte Gefahr des Atemstillstandes.

Heroin und Benzodiazepam:

Diese Substanzen verstärken sich gegenseitig. Es kann zu komatischen Zuständen führen, zu Ohnmachtsanfällen. Außerdem besteht eine erhöhte Gefahr des Atemstillstandes.

Heroin und Ketamin:

Diese Substanzen verstärken sich gegenseitig. Es kann zu komatischen Zuständen führen, zu Ohnmachtsanfällen. Außerdem besteht eine erhöhte Gefahr des Atemstillstandes.

Heroin und GHB:

Diese Substanzen verstärken sich gegenseitig. Es kann zu komatischen Zuständen führen, zu Ohnmachtsanfällen. Außerdem besteht eine erhöhte Gefahr des Atemstillstandes.

Heroin und Subutex:

Diese Substanzen niemals zusammen einnehmen. Obwohl Subutex als Substitut eingesetzt wird, löst es – zusammen mit Heroin oder Methadon – sehr starke Entzugserscheinungen aus.


PDf zum Thema:

PDF-Download:
Drogenmischkonsum anders verstehen – Prävalenzen und Konsumbewertungen, T. Harrach, G. Barsch, J. Eul, Fachzeitschrift Konturen, Ausgabe 6-2006, S. 8-15, www.konturen.de


PDF-Download:
Drogenmischkonsum, Konsumhäufigkeiten und Konsumbewertungen, Redaktion Webteam

www.eve-rave.net Berlin, Pressemitteilung vom 31. August 2006 zum Drogenmischkonsum

Bücher zum Thema Drogen-Mischkonsum

Drogenmischkonsum
Drogenmischkonsum

Ecstasy, Speed, Crystal, Thaipillen, Kokain, LSD, Zauberpilze, GHB, Gras und Haschisch gehören heute – neben Alkohol, Kaffee, Cola und Tabak – zu den meist gebrauchten Partydrogen. Jede dieser Drogen löst ganz eigentümliche Reize aus, bewirkt ganz spezielle Wahrnehmungsmuster, birgt ganz besondere Gefahrenpotentiale in sich und kann ganz bestimmte Nebenwirkungen hervorrufen.
Diese Broschüre vermittelt objektive Erkenntnisse über die Wirkungsweisen und Nebenwirkungen verschiedener Drogen sowie ein fundiertes Fachwissen hinsichtlich der Gefahrenpotentiale bestimmter Dosierungen, Mixturen und Konsummuster.

DrogenMischKonsum, von Hans Cousto, erschienen 2003 im Nachtschatten-Verlag, Schweiz.


Weiterführende Informationen

Verschiedene Konsumformen- verschiedene Drogen, siehe auch: Wechselwirkungen mit Substitutionsmitteln und Drogenkonsum und HIV-Medikamente

Filed under: neue psychoaktive substanzenTagged with: