Heroin

Heroin ist ein echtes Opioid mit hohem Abhängigkeitspotenzial

Heroin wird halbsynthetisch hergestellt, Ausgangssubstanz ist dabei das Morphin. Gewonnen wird Morphin als Extraktion aus Rohopium, dem getrockneten Milchsaft des Schlafmohns (Papaver somniferum). Das Heroin, chemisch Diacetylmorphin oder Diamorphin (DAM), ist ein stark analgetisches (schmerzstillendes) Opioid mit einem sehr hohen Abhängigkeitspotential.

Papaver somniferum
Papaver somniferum


Morphium, Morphin und andere Opiate, bzw. Opioide, werden in der Medizin ausschließlich zur Schmerztherapie eingesetzt. Auf der Straße wird Heroin als braunes/graues Pulver verkauft. Ganz selten als weißes – sogenanntes Thailand Heroin.

Heroin wird in der Regel geraucht oder gesnieft. Das Aufkochen der Substanz mit Ascorbinsäure (Vitamin C) ist weniger verbreitet, als man gemeinhin glaubt und stellt eine extrem gefährliche Form des Konsums dar.

Heroin ist deutlich stärker fettlöslich als Morphin und gelangt daher rasch ins Gehirn, was zu einer starken Anflutung an den Wirkrezeptoren führt; daher löst eine intravenöse Heroininjektion einen initialen „Kick“ aus.

Heroin selbst hat keinerlei negative Auswirkungen auf den Organismus. Es kommt weder zu Hirnschädigungen, noch zu negativen Begleiterscheinungen an der Leber oder anderen Organen. Das liegt vor allem daran, dass unser Körper selbst Opioide (Endorphine) produziert – zum Beispiel wenn wir schlafen gehen oder uns verletzen. Lediglich die Applikationsform, wie der intravenöse Konsum, hat langfristig negative Auswirkungen auf den Körper.

Wirkung von Heroin:

Heroin löst gelegentlich auch Halluzinationen aus. Der Proband wird entführt in eine Welt voller abgelegter Seeleninhalte, welche sich in träumerischen Szenarien aneinanderreihen. Diese tiefgründige Welt ist das eigene Unterbewusstsein, bzw. das Bewusstsein. Entspannt fällt der Proband in eine weiche Wolke deren Bilder mal bunt, mal schwarz-weiß oder auch Duplexcharakter haben kann.

Heroin wirkt schmerzstillend, sedierend und euphorisierend. Negative Empfindungen, wie Schmerzen, Leeregefühle und Angst werden schon kurz nach der Einnahme durch ein Glücksgefühl überdeckt. Außerdem erhöht Heroin die Fähigkeit zur Introspektion und vertieft Gedankengänge, sodass – je nach Charakter der Person – das philosophische Denken angeregt wird.

Heroin verleit eine tiefe innere Ruhe bei gleichzeitiger Fähigkeit ausgedehnte Gespräche führen zu können. Bei geringer Dosierung wird die geistige und körperliche Leistungsfähigkeit erhöht. Höhere Dosen sedieren und machen schlapp bis hin zum Schlaf. Heroin wirkt sich – wie alle Opiate – auch auf das sexuelle Lustempfinden aus. Bei Dauerkonsum wird die Libido extrem eingeschränkt.

Heroin macht – wie alle Opiate – sehr schnell körperlich abhängig. Bei Überdosierungen kann es zu Atemlähmungen kommen, die nicht selten zum Tod führen.

Zur Geschichte von Heroin

Bayer-Heroin
Bayer-Heroin

Heroin wurde 1896/1897 von dem deutschen Pharmakonzern Bayer synthetisiert und vor allem als Hustensaft massiv beworben und vertrieben. In den Jahren des 1. Weltkrieges wurden viele Verletzte mit Morphium und Heroin behandelt und kehrten als stark abhängig aus den Kriegswirren zurück. In der Folge gab es in den 20er Jahren eine ausgeprägte Szene von „Morphinisten“ in Europa und Amerika. Sowohl Heroin, als auch Kokain waren nicht verboten und recht einfach zu besorgen.

Der Pharmakonzern Bayer stellte erst 1931 die Produktion von Heroin ein, verkauft wurde Heroin allerdings bis 1958. Im Jahre 1971 dann wurde Heroin verboten. Heute ist die genaue Zahl der Heroin-Konsumenten unbekannt, weltweit wird sie auf 11 Millionen, in Deutschland auf 100.000 bis 200.000 geschätzt.

Warnnung: Heroin mit hohem Fetanyl-Anteil im Unlauf

Das Hessische Landeskriminalamt (HLKA) warnt nun offiziell, da in Frankfurt (Main) Heroin beschlagnahmt wurde, das mit einem „deutlich erhöhten“ Fentanylanteil versetzt ist. Wieviel davon in Hessen oder in der restlichen Bundesrepublik im Umlauf ist, bleibt unklar, da das Fentanyl offenbar nicht erst in Frankfurt (Main) zugesetzt wurde. Das HLKA hat eine genauere Analyse des beschlagnahmten Heroins veranlasst und wird eine weitere Meldung herausgeben, sobald die Laborergebnisse da sind. Weiter schreiben sie, dass ihnen weitere Vorkommnisse in Zusammenhang mit einer derartigen Zubereitung bisher nicht bekannt sind.

Fentanyl ist ein synthetisches Opioid, das ca. 40 Mal stärker wirkt als Heroin. In dieser Kombination ist also eine lebensgefährliche Überdosierung viel leichter möglich. Also, konsumiert vorsichtig! Testet erst mal an, wenn ihr euch nicht sicher seid! Holt möglichst schnell Hilfe, wenn ihr den Verdacht habt, dass jemand eine Überdosis abbekommen hat. Eine genaue und öffentliche Quellenabgabe oder offizielle Warnmeldungen haben wir noch nicht gefunden.

Todesfälle in Deutschland 2022

Aus Deutschland liegen Informationen zu einem Todesfall vor, der sich im Oktober 2021 ereignet hat und in Zusammenhang mit dem Konsum von Etonitazepipne steht. Dieses wurde post
mortem in einer Blutprobe eines Patienten einer psychiatrischen Einrichtung nachgewiesen und bestätigte sich im Rahmen der Analyse des weißen Pulvers, welches der Patient
konsumiert hatte. Als Nebenprodukt fand sich darin Etonitazepyn (s.u.). („Todesfall in Zusammenhang mit Etonitazepipne,“ 2022).

Im April 2021 ereignete sich in Deutschland ein Todesfall, der in Zusammenhang mit dem Konsum von Brorphin stehen könnte. Der Verstorbene hatte vor seinem Ableben ein Päck-
chen mit einer als Brorphin deklarierten Substanz erhalten und, wie aus der chemischtoxikologischen Untersuchung hervorgeht, neben Tilidin und Flualprazolam in einer niedrigen
Konzentration auch konsumiert. Ob die Kombinationswirkung der nachgewiesenen Substanzen todesursächlich war, konnte jedoch nicht abschließend geklärt werden. („Todesfall in
Zusammenhang mit Brorphin,“ 2022).

Im November 2021 wurde über ein DrugCheckingAngebot in Maribor (Slowenien) eine gefälschte PercocetTablette abgegeben, die den Wirkstoff Etonitazepyn enthielt. Es handelte
sich hierbei um eine hellblaue, runde Tablette, auf der auf der einen Seite ein „M“ in einem Quadrat eingeprägt war, auf der anderen eine „30“ über einer Einkerbung. Die Tablette wurde
im Rahmen einer Bestellung von Benzodiazepinen über das Darknet als Gratisprobe mitgeschickt. (DrogArt, 2021; FDA, 2021).

Methadon sowie verschiedene Benzodiazepine (Flual- prazolam, Flubromazepam, Diazepam), die neben Etonitazepyn in der Probe nachgewiesen wurden, dürften zu den Auswirkungen beigetragen haben. Die gefälschten PercocetTabletten selbst die auch über das Darknet bezogen wurden
wurden nicht untersucht. (Pucci et al., 2021)
Zwischen Januar und April 2021 ereigneten sich in den USA acht Todesfälle, die in Zusammenhang mit dem Konsum von Etonitazepyn stehen. In sieben der acht Fälle wurden in biologischen Proben weitere Stoffe festgestellt, darunter Designer Benzodiazepine (in sieben Fällen), Fentanyl (in vier Fällen) sowie Methamphetamin (in vier Fällen). (CFSRE, 2021a, 2021b)

Todesfälle in Amsterdam durch Verweckslung mit weißem Heroin

Public Health Service in Amsterdam: Warnung in Bezug auf drei Tote und mehrere schwere Vergiftungen mit Kokain, das auf der Straße gekauft wurde:

Untersuchungen sind im Gange. Dies schließt die Analyse der Substanzen mit ein. Es wird angenommen, dass es sich um weißes Heroin handelt. Einige weitere Details wurden in den Medien berichtet:
Zwei britische Touristen in den Zwanzigern sind in den Niederlanden verstorben, nachdem sie Heroin geschnupft hatten, von dem sie annahmen, dass es weißes Kokain sei. Die Männer im Alter von 20 und 21 wurden in einem Hotel in Amsterdam am Dienstag gefunden.

Der niederländische Polizeisprecher Rob van der Veen bestätigt, das die beiden Männer Engländer waren, und sagte, neben ihren Leichen wurden neben Spuren eines weißen Pulvers – vermutlich weißes Heroin – gefunden. Eine Art von Heroin gespickt mit starken Schmerzmitteln.

Noch in dieser Woche wird eine Obduktion die Ursache für den Tod klären.
„Wir haben einen schnellen Test, um herauszufinden, welche Art von Pulver es sich gehandelt hat. Es war nicht Kokain, war es ein Opiat – in diesem Fall, weißes Heroin „, sagte van der Veen. Das niederländische Gerichtsmedizinischn Institut fand heraus, dass der Inhalt dieses Materials, vom gleichen Inhalte ist wie es schon in anderem Proben gefunden wurde. Die Forschung hat gezeigt, dass das Kokain nicht Kokain war, aber weißes Heroin.“

Informationen auch unter: Tagesspiegel: Mysteriöser Dealer verkauft weißes Heroin statt Kokain Ocfentanil – weiteres synthetisches Heroin auf dem Markt

Todesfall in Zusammenhang mit dem Opioid Ocfentanil:

Anbei eine aktuelle Warnung der EMCDDA zu einem Todesfall in Zusammenhang mit dem Opioid Ocfentanil (auch: Ocfentanilum; A-3217; A3217) in Belgien – offenbar nach nasalem Konsum.

Ocfentanil(N-(2-fluorophenyl)-2-methoxy-N-[1-(2-phenylethyl)-4-piperidyl]acetamide) hat in Europa, bzw. in den Niederlanden und Belgien zwischen 2013 und 2015, wo sie als synthetisches Heroin (als braunes Pulver) verkauft wurden, zu mehreren Todesfällen geführt. Der Fund enthielt auch Paracetamol und Koffein. Ocfentanil ist doppelt so stark wie Fentanyl.

Ocfentanil ist ein hoch potentes synthetisches Opioid und mit Fentanyl strukturell verwandt. Ocfentanil wurde als eines aus einer Reihe von potenten Naloxon-reversiblen Opioiden in einem Versuch entwickelt, ein Opioid herzustellen, welches bessere therapeutische Wirkungen hinsichtlich der Sicherheit in Bezug auf das kardiovaskuläre System und der verminderten Atemdepression aufwies. Verglichen mit Fentanyl haben
Untersuchungen der analgetischen Aktivität von Ocfentanil eine ungefähr 2,5 mal so potente Wirkung ergeben!

Bei menschlichen Freiwilligen induziert Ocfentanil eine wirksame Analgesie bei 1 µg/kg, während in Dosen von bis zu 3 mg/kg Schmerzmittel Atemdepression in einer Dosis-abhängigen Art und Weise aufgetreten ist. Während eine weitere Studie nahelegt, dass Ocfentanil so wirksam sein kann wie Morphin. Ocfentanil wurde auch als Ergänzung zur Narkose eingestezt. Dabei stellten die Forscher fest, dass es ahnlich wirkt wie Fentanyl.

Wenn es zu dieser Substanz weitere Informationen aus erster Hand geben sollte, bitte über das „Kontakt-Formular“ an uns schreiben! Das kann Leben retten.

Suboxone, Naloxon und Heroin-Beikonsum

Naloxon (Handelsname „Narcanti“) wird bei einer Opiat-Überdosis (Bei Heroin, Methadon, Codein etc) verwendet, um die Opioid-Rezeptoren „freizuschießen“. Dadurch wird augenblicklich ein starker Entzug ausgelöst, die Rezeptoren werden also vom Naloxon besetzt und die Überdosis endet sofort. Naloxon sollte ausschließlich intravenös oder zur Not intramuskulär appliziert werden. Naloxon wird nicht durch den Magen oder die Schleimhaut aufgenommen.

Suboxone ist eigentlich nichts anderes als Buprenorphin (auch „Subutex“ gennant) mit Naloxon. Daher auch „Suboxone“. Man sollte niemals
Heroin mit Suboxone konsumieren. Auch darf man auf gar keinen Fall das Suboxone intravenös applizieren, da das Naloxon dann sofort die Opioid-Rezeptoren besetzt und das Buprenorphin nicht wirken kann.

Die Wirkdauer des Naloxon ist verhältnissmäßig kurz. Es wird im Körper innerhalb von 20-30 Minuten verstoffwechselt und abgebaut.
Bei einer starken Überdosis kann deshalb der Opioid-Rezeptor wieder vom Heroin oder anderen Substituten besetzt werden. Ärzte achten deshalb darauf, den Behandelten längere Zeit in ihrer Obhut zu haben, damit der
Verlauf beobachtet werden kann und keine Gefahr für den Konsumenten entsteht.

Streckmittel im Heroin

Bei Heroin sind Coffein und Paracetamol die primären Verschnittstoffe, mit einer Fundquote von 99,4% bzw. 94%. Ferner wurde mit einer Häufigkeit von 4,6% Griseofulvin gefunden, sowie Glucose, Glycerin, Stärke/Mehl und Sorbit, in jeweils weniger als einem Prozent der Proben. Zusätze waren allgemein seltener: Lactose (3,6 %), Mannit (2,3 %) und Saccharose (1,3 %) sowie mit einer Häufigkeit von unter 1%: Procain, Phenobarbital, Diazepam, Phenazon, Ascorbinsäure, Phenolphthalein, Acetylsalicylsäure, Kokain, Salicylsäure/Salicylat, Alprazolam und Theobromin.
(Quelle: alternative-drogenpolitik.de)

Beachte beim Kauf von Heroin auf dem Schwarzmarkt:

Das auf dem Schwarzmarkt erworbene Heroin hat einen Reinheitsgehalt zwischen 5 und 95 %. Aus diesem Grund ist der Konsum von Heroin mit sehr hohen Risiken verbunden. Bei Fällen von
Überdosierung ist darauf zu achten, dass der Betroffene nicht an seinem Erbrochenen erstickt und beatmet wird, bis der Notarzt eintrifft.

Strukturelle Ähnlichkeit zwischen Fentanyl und Carfentanil

fentanyl und heroin
Fentanyl und Carfentanil
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