1cP-LSD

1cP-LSD – potenter als LSD?

Die prohibitive Drogengesetzgebung treibt seit Jahrzehnten zuverlässig immer neue Blüten. Eine wissenschaftlich besonders Interessante ist dabei das rasante Wettrennen zwischen Drogenchemikern, die immer neue Varianten bekannter psychoaktiver Substanzen – wie 1cP-LSD – produzieren, und den Gesetzgebern, die versuchen, diese Substanzen mit immer neuen Verboten zu illegalisieren.

1P-LSD: das 2015 erstmals synthetisierte 1 – Propionyl-LSD

1P-LSD
1P-LSD

LSD entfaltet seine psychedelische Wirkung vor allem durch die Bindung an die neuronalen Serotoninrezeptoren 5-HT2A und B, die in vielen Regionen des Gehirns vorkommen. Die Entwicklung so genannter „Analoga„- also verschiedener Varianten eines Moleküls – birgt hier und dort besondere Überraschungen.

Schon Albert Hofmann beschrieb vier Varianten des LSD’s, die chemisch fast identisch sind, sich aber zueinander wie Bild und Spiegelbild verhalten. Dabei stellte er fest, dass von den vier unterschiedlichen Varianten, nur das 5R,8R-LSD psychedelisch aktiv ist. Aktuell sorgt das 2015 erstmals synthetisierte 1 – Propionyl-LSD (1P-LSD) für Aufsehen.

1P-LSD ist ein Derivat der Lysersäure sowie ein Analoga von LSD. Dieses Analoga zeigt nach Einschätzung vieler Nutzer identische psychoaktive Wirkungen wie das LSD.

Tatsächlich zeigen Laboruntersuchungen, dass die 1-Propionylgruppe im menschlichen Blutserum abgespalten wird und als das klassische LSD im Blut verbleibt (!).

1cP-LSD: eine Prodrug des LSD

1cP-LSD-struktur
1cP-LSD-Struktur

Eine neue psychedelische Substanz ist das 1-cyclopropionyl-LSD, oder kurz: 1cP-LSD. Ähnlich wie andere LSD-Analoga zuvor, wird dieses derzeit mit der Kennzeichnung „nicht für menschlichen Verzehr geeignet“ im Internet vertrieben.

Viele Konsumenten und Wissenschaftler fragen sich, ob 1cP-LSD eine eigenständige psychedelische Substanz darstellt, oder ob es eine Vorstufe des LSD ist, eine sogenannte Pro-Drug.

entnommen aus: Lucy’s Rausch, Nachtschatten-Verlag, Schweiz

1cP-LSD: LSD-Analoga und Das Neue-psychoaktive-Stoffe-Gesetz

Nach dem Verbot von 1P-LSD, tauchte auf einmal überall im Internet sie Substanz 1cP-LSD auf, sozusagen als direkter “Ersatz” zu 1P-LSD. Wir gehen davon aus, dass diese Substanz vom Markt zurückgehalten wurde, um 1P-LSD beim Verbot direkt abzulösen.

David Nichols und Ralf Heim und ihre Forschung an Phenethylamin-Halluzinogenen

David Nichols, 66, ist Professor für Pharmakologie an der Purdue University in Indiana und ein führender Experte für psychedelische Substanzen. Er wurde berühmt für Arbeiten, in denen er die Wirkungsweise von LSD oder Ecstasy am 5HT-Rezeptorsystem untersuchte.

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1cP-LSD-Blotter (Fake/Kunst)

Nichols ist Mitbegründer des Heffter-Instituts, das die Erforschung von Halluzinogenen zu medizinischen Zwecken fördert, unter anderem an der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich.

5I-NBOMe (NBOMe-2C-I, BOM-CI, Cimbi-5) ist ein Derivat des Phenethylamin-Halluzinogens 2C-I, das 2004 von Ralf Heim (PDF Download, siehe unten) an der Freien Universität Berlin entdeckt und anschließend von einem Team der Purdue University unter der Leitung von David Nichols genauer untersucht wurde. Aus dieser Reihe der Phenethylamine ist das 2C-B bis heute das bekannteste, von Alex Shulgin entwickelte Psychedelikum.

Shulgin A. T., Nichols D. E. Characterization of three new psychotomimetics. In: Stillman R. C.,Willette R. E., editors. The Psychopharmacology of Hallucinogens. New York: Pergamon Press; 1978, S. 74–83

Zum Inhalt: Die Psychopharmakologie der Halluzinogene – wie LSD, MDMA oder DMT – konzentriert sich auf die Eigenschaften, Zusammensetzungen, Funktionen, Transformationen und Reaktionen von Halluzinogenen. Die Auswahl bietet zunächst Informationen über die Biosynthese und Wirkung von Halluzinogenen bei Säugetieren; Die Rolle biogener Amine bei der Wirkung von Monomethoxy-Amphetaminen; und der molekulare Wirkmechanismus von Halluzinogenen. Das Buch wirft dann einen Blick auf die molekularen Determinanten für die Wechselwirkung mit dem LSD-Rezeptor (5HT), einschließlich biologischer Studien. Der Text untersucht die Fortschritte bei der Entwicklung eines Rezeptormodells für halluzinogene Amphetamine.


Ralf Heim, Freie Universität Berlin, Dissertation: Synthese und Pharmakologie potenter 5-HT2A-Rezeptoragonisten „, PDF 180kb


LSD and Its Lysergamide Cousins„, Arbeit von David E. Nichols zu LSD und seinen Derivaten. Englische Ausgabe aus „The Heffter Review of Psychedelic Research, Volume 2“ – Erschienen 2001


Die Mutterkorn-Alkaloide

Albert Hofmann

mutterkorn-alkaloide-nachtschatten-verlag
Mutterkorn-Alkaloide-Nachtschatten-Verlag

In dieser Neuauflage von “Die Mutterkornalkaloide”, des Klassikers aus dem Jahr 1964, wird die Botanik, die Geschichte, die Chemie und die Pharmakologie des Mutterkorns beschrieben, bis hin zur Synthese von LSD. Es ist das eigentliche Grundlagewerk der LSD-Entdeckung, das hier im unveränderten Nachdruck als historisches Dokument wieder veröffentlicht wird. Albert Hofmann hat zu dieser Ausgabe ein aktualisiertes Vorwort verfasst, sowie die Geschichte des LSD als neues Kapitel geschrieben, das an die Entdeckung des LSD im Jahre 1943 anknüpft und die faszinierende wie kontroverse Entwicklung bis in die heutige Zeit beschreibt.
Der Weg vom Mutterkorn zum LSD zeigt, dass LSD, wie die meisten Entdeckungen, in erster Linie nicht nur ein Produkt des Zufalls ist, sondern auch die Frucht langer, umfassender Forschungstätigkeit.

Erschienen am: 02.2022
Einband: Softcover
Seitenzahl: 232 Seiten
ISBN: 978-3-03788-703-5

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