Meskalin

Der Peyote-Kaktus

Meskalin (Mescalin, 3,4,5-Trimethoxyphenethylamin) ist ein Naturstoff, der in verschiedenen Kakteen vorkommt. Meskalin wurde aus dem bekanntesten Vertreter – dem Peyote-Kaktus (Lophophora Williamsii) isoliert (Bild recht mit freundlicher Genehmigung von. Mescalin kann aus Kakteen mittels Extraktion gewonnen werden, es lässt sich aber auch synthetisch herstellen. Es wurde erstmals 1896 von Arthur Heffter isoliert; Ernst Späth gelang 1919 die erste Totalsynthese.

Lophophora Williamsii

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Mescalin

Der heute für den Kaktus gebräuchliche Name “Peyote” stammt von dem aztekischen “peyotl”. Mescalin ist in diesem Kaktus (Lophophora Williamsii), der im Südwesten der USA und im Norden Mexikos wild wächst, eines der Hauptalkaloide. Lophophora kommt aus dem Griechischen und bedeutet “Büschelträger”. Das beschreibt das Aussehen des zwei bis fünf Zentimeter großen kugeligen und dornlosen Kaktusses recht passend.

Die Liste der meskalinhaltigen Pflanzen ist lang, deren bekannteste Hauptvertreter allerdings sind der Peyote– und der San Pedro-Kaktus. Letzterer ist ein südamerikanischer Säulenkaktus, dessen Meskalingehalt je nach Herkunft und Sorte stark variieren kann (0,5 – 6 % bezogen auf die Trockensubstanz). Der San Pedro hat mehrere (vier bis zwölf) Längsrippen und in freier Natur werden manche Exemplare bis zu sechs Meter hoch. Das Gewächs treibt seine Blüten in der Nacht aus und manchmal entstehen große rote Früchte. Seine rituelle Verwendung als sakrale Droge und Heilmittel ist durch archäologische Funde bestätigt und fand schon vor mindestens 2.000 Jahren statt.

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Der Peyote-Kaktus

Die Dosierung von Meskalin

Bei der Verwendung von Mescalin-Hydrochlorid liegt die Dosierung bei 180 – 360 mg.
Bei Meskalin-Sulfat liegt die Dosierung bei 200 – 400 mg.

Die Wirkung von Meskalin auf den Körper

Schon in den dreißiger Jahren versuchte man in Erfahrung zu bringen, was mit dem eingenommenen Meskalin im Körper passiert. Unter anderem stellte man fest, dass rund zwei Drittel des aufgenommenen Meskalins unverstoffwechselt wieder ausgeschieden wird. Die orale Dosierung von Meskalin-Hydrochlorid beträgt ungefähr 180 bis 360 mg, je nach persönlicher Konstitution. Nach etwa 30 bis 90 Minuten verspürt man meistens eine reihe negativer Symptome, wie z. B. Erbrechen, Schwitzen, Kopfschmerzen, verändertes Themperaturempfinden, allgemeines Unwohlsein sowie erweiterte Pupillen.

Die Wirkung von Meskalin auf die Psyche

Zu diesen körperlichen Effekten paaren sich psychische Veränderungen, wie Veränderung der Wahrnehmung (meistens Euphorie), Veränderung der sensorischen Wahrnehmung, vor allem visuell-elementare Veränderungen (Visuals) und verändertes Körpergefühl, außerdem Angst und Schwierigkeiten beim Denken. Normale Gegenstände können sich in Objekte von unbeschreiblicher Schönheit verwandeln und Geräusche, sowie Musik, werden oft als eine Farbsinfonie empfunden. Besonders bei geschlöossenen Augen können akustische Reize eine gewaltige Farben- und Mustervielfalt mit sich bringen. Auch von taktilen, auditorischen sowie gustatorischen Veränderungen respektive Täuschungen wurde gelegentlich berichtet. Die Wirkung dauert etwa zehn bis zwölf Stunden an.

Obwohl Mescalin vielerorts als Halluzinogen bezeichnet wird, darf dieser Begriff streng genommen nicht dafür verwendet werden, die Wirkung des Meskalins zu beschreiben: Eine halluzinogene Wirkung liegt dann vor, wenn das Objekt nicht mehr in der Lage ist, zwischen künstlich veränderter Wahrnehmung und der “Realität” zu unterscheiden. Zutreffender isr, Meskalin als Psychedelikum zu bezeichnen.

Ursprung der “Peyotl-Kultur”

Die Anfänge der “Peyotl-Kultur” liegen im Dunkeln, jedoch haben deren Artefakte überlebt. Erst vor kurzem fand man Stücke eines Kaktusses im Rio Grande in einer Höhle, welche als Grabzugabe beigelegt wurden. Sie wiesen Meskalin nach und ermittelten das Alter auf 3.700 vor Christus. Diese Resultate bestätigen mehrere frühere archäologische Funde aus dem heutigen Mexiko und Texas, wo mescal buttons, je nach Auffindeort, als 6.000-jährig bestimmt wurden. In prähistorischer Zeit wurden diese in Mexiko bereits als Entheogene rituell eingesetzt. Die buchstäblich phantastischen, tiefgreifenden Wirkungen von Meskalin auf die menschliche Psyche machen es nachvollziehbar, dass diese Kakteen seit Urzeiten als Zauberdrogen Verwendung fanden. Die Peyote-Kultur ist Jahrtausende alt und hat sich in der “Native American Church” bis heute erhalten.

Wissenswertes über Meskalin und seine Drivate: die 2C-X – Gruppe

Strukturverwandt mit Mescalin ist das 3-Methoxy-4,5-methylendioxyamphetamin (MMDA), welches nach Einnahme von Myristicin, einem Inhaltsstoff des Muskatnussöls, möglicherweise als Stoffwechselprodukt entsteht. MMDA ist das Methoxy-Analogon des 3,4-Methylendioxyamphetamins (MDA). Auch sind 3,4,5-Trimethoxyamphetamin (TMA), 2,4,5-Trimethoxyamphetamin (TMA-2) und 2,4,6-Trimethoxyamphetamin (TMA-6) bekannte Amphetamin-Analoga des Mescalins mit ähnlich psychedelischer Wirkung. Der Mescalingrundkörper war Vorlage für die Entwicklung der 2C-Stoffgruppe sowie Vertreter der Dimethoxyamphetamine (Quelle: Wikipedia)

Phenethylamine

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Daniel Trachsel, David Lehmann, Christoph Enzensperger

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