Kokain

Kokain, Coca, Cocablätter und Crack

Kokain (auch Cocain) ist ein starkes Stimulans und eine weltweit verbreitete Rauschdroge mit hohem Abhängigkeitspotenzial. Chemisch-strukturell gehört es zu den Tropan-Alkaloiden und ist ein Wiederaufnahmehemmer an Dopamin, Noradrenalin- und Serotonin-Nervenzellen (siehe auch Informationen zum Serotonin-Syndrom)

Kokain wird in der Regel als weißes Pulver angeboten. Es kann gesnieft, als sog. “Base” geraucht und auch gespritzt werden. Der Konsum von Kokain kann zu Herzrythmusstörungen und Bluthochdruck führen. Durch das gleichzeitige Ansteigen des Blutdruckes bei gleichzeitiger Verengung der Blutgefässe kann es zum Platzen von Aterien im Gehirn kommen (Gehirnschlag). Durch die Störung der Gefühle für Hunger, Durst, Furcht, Schlaf und Wachen kann es zu starken Mangelerscheinungen in diesem Bereich kommen. Regelmäßiger Konsum kann die Körperreserven ausbeuten. Massiver Schlafentzug aufgrund von Kokainkonsum kann zu paranoiden Halluzinationen, Verfolgungsängsten, zeitlicher und örtlicher Desorientierung, gesteigerter Nervosität und Aggressivität führen.

Die Wirkung von Kokain

kokain-molekuel
Kokain

Gerauchtes Kokain wirkt innerhalb von 8–10 Sekunden für 5–10 Minuten und bewirkt eine deutlich höhere Wirkstoffkonzentration als andere Konsumformen. Bei intravenösem Konsum liegen 30–45 Sekunden zwischen Aufnahme und Wirkungseintritt, die Wirkung hält 10–20 Minuten. Der orale oder intranasale Konsum wirkt deutlich schwächer, dafür aber 30–45 Minuten lang. Der Wirkungseintritt erfolgt beim oralen Konsum nach 10–30 Minuten, intranasal nach 2–3 Minuten. Kokain bewirkt im Zentralnervensystem eine Stimmungsaufhellung, Euphorie, ein Gefühl gesteigerter Leistungsfähigkeit und Aktivität sowie das Verschwinden von Hunger- und Müdigkeitsgefühlen.

Nachweiszeiten für Kokain

akute Wirkungsdauer: 1 – 2 Stunden
Nachweisbarkeit im Blut: einige Stunden, Benzoylekgonin enige Tage
Nachweisbarkeit im Urin: Kokain: einige Stunden Benzoylekgonin: bis 3-4 Tage bei häufigem Konsum: 15-22 Tage nachweisbar.

Cocablätter kauen: Der traditionelle Anbau von Koka

Neben dem traditionellen Anbau von Koka gibt es in Bolivien auch illegalen Anbau zur Kokainproduktion. Die Blätter werden zu Kokapaste verarbeitet, aus der dann vor allem in Labors in Kolumbien Kokain für nordamerikanische und europäische Märkte produziert wird.

Bei den indigenen Völkern der Anden ist das Kauen von Cocablättern eine Jahrtausende alte Tradition. Für diese Volksgruppen ist der Konsum der Cocablätter auch nicht verboten, sondern erlaubt. Dabei wird das Material nicht einfach nur mit Kalk gekaut, sondern mit “Llipta” zusammen im Mund zu einem Ball gerollt und der Saft “ausgesaugt”. “Llipta” ist eine Masse aus einer Mischung von Kalk und/oder Asche und der “Kiwicha-Pflanze”, welche zusammen die Extraktion von Coca-Alkaloiden ermöglicht. “Llipta” weicht die Blätter der Coca-Pflanze auf, hat einen herben Geschmack und aktiviert die psychoaktiven Alkaloide. Eigentlich wird die Mischung im Mund nicht gekaut, sondern nur der Saft gesaugt, welcher mit der Mischung aus Blättern und “Llipta” gebildet wird. Im Mund bildet sich ein Ball und der Saft wird geschluckt.

Kokain als Freebase:

Crack bzw. Freebase sind rauchbare Formen des Kokains. Die Substanzen sind nur kurze Zeit haltbar. Mit Backpulver kann man Crack selbst herstellen. Fügt man dem Crack Ascorbinsäure hinzu, ist die Substanz spritzbar. Die Wirkung ist schneller und heftiger als beim Kokain- Sniefen und vergleichbar mit einem Schuss. Die Wirkungsdauer ist sehr kurz (zwischen 2 und 10 Minuten) und endet sehr plötzlich. Aus dem raschen Wechsel vom Rausch zur Depression resultiert das hohe Abhängigkeitsrisiko.

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