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Co-Abhängigkeit

Was ist „Co-Abhängigkeit“ und woran erkennt man sie?

CO-Abhängigkeit ist weit verbreitet und oft sind sich Freunde und Angehörige gar nicht bewusst, dass sie das süchtige Verhalten – und damit das Verbleiben in der Sucht – mit unterstützen.
Vielleicht kann man in Zukunft einander besser verstehen oder gar sein eigenes Verhalten bzw. seine Haltung besser reflektieren.

Die aus diesem Grunde anliegende Auflistung birgt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Hier führen wir lediglich einige der auffälligsten Aspekte auf, an denen man solch eine Struktur leichter erkennen kann.

Zehn Punkte als Merkmale einer co-abhängigen Beziehung:

  • Erwartung einer nahezu permanenten Verfügbarkeit des anderen
  • Die eigenen Grenzen und die Grenzen des anderen werden nicht klar definiert
  • Eventuell bereits vorhandene Grenzen werden mit der Zeit aufgeweicht
  • Konsumbezogene finanzielle Angelegenheiten werden „aufeinander abgestimmt“ und vermischt
    (finanzielle „Verzahnung“)
  • Der eine partizipiert von dem materiellen „Überschuss“ des anderen
  • Abgabe der Verantwortung zur Regulierung des eigenen Konsums (z. B. „Einteilen“ des Suchtmittels)
  • Subtile Erwartung, den eigenen Gemütszustand durch den anderen regulieren zu lassen
    (z. B. schlechtes Gewissen bei Absagen)
  • Gegenseitige Unterstützung in der abhängigen Situation
  • Ein Dialog ist oft funktionalisiert und dient der „Informationsbeschaffung“
  • Der andere dient als Therapeut, Sozialarbeiter oder Hotelier

Merkmale einer nicht-abhängigen Beziehung/Partnerschaft/Freundschaft

  • Keine Erwartungen bezüglich einer permanenten oder auch partiellen Verfügbarkeit des anderen
  • Die eigenen Grenzen und auch die Grenzen des anderen sind klar definiert und werden respektiert
  • Keine gegenseitige oder einseitige finanzielle Abhängigkeit („Jeder ist für sich selbst verantwortlich“)
  • Keine Abgabe von Verantwortung an den anderen
  • Grundsätzlich ist der eigene Gemütszustand nicht abhängig vom Verhalten des anderen
  • Treffen haben keine bestimmte Funktion, sondern dienen ausschließlich dazu, Zeit miteinander zu verbringen und Spaß zu haben
  • Keine Forcierung von abhängigen Strukturen
  • Authentizität und Transparenz dienen vornehmlich dazu, das gegenseitige Vertrauen zu vertiefen und die Grenzen des anderen kennenzulernen, um diese in der Zukunft respektieren zu können
  • Ein „Freund“ ist kein Therapeut, Sozialarbeiter oder Hotelier
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