Schlagwort: Schwangerschaft

Schwangerschaft und Drogen

Drogenkonsum in der Schwangerschaft – was tun?

drogen-schwanger

Viele Frauen und Mädchen, die gewollt oder auch ungewollt schwanger werden und Drogen konsumieren, stellen sich früher oder später die Frage, ob der Drogenkonsum dem Kind schaden kann, oder vielleicht schon geschadet hat. Oft kommt es auch vor, dass andere zu einem Schwangerschaftsabbruch raten, weil sie der Meinung sind, wer Drogen nimmt, solle keine Kinder haben.

Richtig ist, dass Drogenkonsum in der Schwangerschaft die Gesundheit des Kindes gefährdet. Der Konsum von Drogen führt aber nicht zwangsläufig zu Schädigungen des Ungeborenen.
Drogenkonsum ist daher auch kein medizinischer Grund, eine Schwangerschaft abzubrechen.

Anders ist es, wenn du regelmäßig Drogen, wie Alkohol oder illegale Substanzen, wie MDMA, Speed oder Benzodiazepam und Heroin konsumierst.

Dann nämlich kann es sein, dass du körperlich abhängig bist und mit Entzugserscheinungen und Krampfanfällen zu rechnen hast. Das kann zu Schwangerschaftskomplikationen und zu einer Fehlgeburt führen.

Setze diese Drogen auf keinen Fall selber ab, sondern lass dich in jedem Fall ärztlich beraten.

Vielleicht ist die Schwangerschaft genau der richtige Zeitpunkt, um dich von den Drogen zu verabschieden. Wenn du es nicht schaffst, weil dir in dieser Phase des Lebens leicht alles schnell über den Kopf wachsen kann und du überfordert bist, solltest du dich für eine Substitution entscheiden.

Opiatkonsum schwangerer Frauen in Europa

In Europa werden schätzungsweise jedes Jahr rund 30.000 Frauen, die Opiate oder Opioide konsumieren, schwanger. Die tatsächliche Zahl ist unbekannt und die nur spärlich vorhandenen, länderbezogenen Daten weisen teils deutlich unterschiedliche Ergebnisse auf. In den meisten Fällen ist die Schwangerschaft nicht geplant. Die Periode vieler opiatabhängiger Frauen hat unregelmäßige, z.T. auch unvollständige Zyklen und diese Frauen rechnen deshalb nicht mit einer Schwangerschaft. Unter Substitutionsbehandlung kann sich der Menstruationszyklus wieder stabilisieren.

Problematisch ist, dass eine Schwangerschaft daher oft erst weit nach dem ersten Drittel bemerkt oder sich eingestandenwird. Prinzipiell sind drei Situationen bei einer opiatabhängigenSchwangeren beobachtbar:

  • •Sie ist stabil substituiert ohne Beikonsum.
  • •Sie ist substituiert mit Beikonsum.
  • •Sie konsumiert neben Opiaten weitere (illegale) Substanzen und wird nicht substituiert

Cannabiskonsum (Haschisch) in der Schwangerschaft:

Es gibt keine verlässlichen Studien, die eine Schädigung des ungeborenen Kindes bei einer Mutter, die Haschisch konsumiert, belegen würden. Trotzdem solltest du in jedem Fall den Konsum von Haschisch während der Schwangerschaft einstellen. Ist doch eigentlich klar – oder?

Wenn du mehrere Wochen schon kein Haschisch mehr geraucht hast, kannst du natürlich auch dein Kind stillen, ohne Bedenken zu haben.

Wenn du nur ab und zu Alkohol getrunken oder Psychopharmaka genommen hast, hörst du am besten sofort damit auf. Auch das Rauchen solltest du möglichst sofort einstellen,
oder deutlich reduzieren.

GHB-Konsum wärend der Schwangerschaft

Solltest du regelmäßig GHB oder GBL konsumieren, solltest du unbedingt einen Facharzt zu Rate ziehen und mit ihm/ihr, die nächsten Schritte besprechen. GHB ist nach den bisherigen Erkenntnissen nicht placentagängig und kann daher von schwangeren Narkolepsiepatientinnen unter ärztlicher Kontrolle weiter eingenommen werden. Da NaGHB mit der Muttermilch an den Säugling weitergegeben wird, sollte frühzeitig abgestillt werden. GHB kann nicht von jetzt auf gleich abgesetzt werden. Einen Entzug von GHB solltest du auf gar keinen Fall alleine zuhause ausprobieren. Inzwischen gibt es Fachkliniken, die auf diesen speziellen Fall vorbereitet sind.

Kontakt: Asklepios Klinik Nord Ochsenzoll Tel: 040/1818-870

Crystalkonsum in der Schwangerschaft

Crystal (N-Methylamphetamin) ist plazentagängig, das bedeutet, wenn wärend der Schwangersachft konsumiert wird, konsumiert das ungeborene Kind mit. Crystal geht vermutlich auch in den
Muttermilch über, auch dann würde das Kind die Substanz aufnehmen.Bei bestehendem Kinderwunsch sollten Frauen deshalb wärend der Schwangerschaft und der Stillzeit auf den Konsum von Crystal verzichten.

LSD-Konsum in der Schwangerschaft

LSD kann die Kontraktionen der Gebärmutter stimulieren, genau wie andere Ergoline. Albert Hofmann, der Entdecker des LSD, arbeitete später an einem Ergotaminderivat, welches den Namen Methergin trägt und zur Geburtshilfe verwendet wird. Ein 2008 erschienenes, medizinisches Nachschlagewerk für Medikamente in der Schwangerschaft erklärte hierzu: „Es scheint unwahrscheinlich, dass reines LSD unter kontrollierten Bedingungen abtreibungsfördernde Wirkungen hat“

Ketamin in der Schwangerschaft


Während der Schwangerschaft und der Stillzeit sollte Ketamin möglichst nicht angewendet werden, da bisher keine ausreichenden Erfahrungen vorliegen.

Heroin-Abhängigkeit in der Schwangerschaft: Wie komme ich an eine Substitution?

Zunächst sei gesagt: Eine sogenannte Substitution kommt nur bei schwerer körperlicher Abhängigkeit in Frage.
Diese ist zum Beispiel bei regelmäßigem Heroinkonsum (3,6-Diacetylmorphin) oder Benzodiazepin-Missbrauch gegeben.

Als Schwangere kommt man in der Regel rasch und problemlos an eine Substitutionsbehandlung. Die Drogenberatungsstelle kann dir in diesem Fall schnell weiterhelfen.

Bei deinen ersten Gesprächen mit dem Arzt solltest du dich genau aufklären lassen, wann du wie an dein Medikament kommst, wo du es abholen kannst und welche Möglichkeit du hast, es am Wochenende zu bekommen.

Opiate werden in der Regel mit Methadon oder mit Subutex (Buprenorphin) substituiert. Methadon ist eine Flüssigkeit, die in der Apotheke zubereitet wird und die du – vermischt mit Saft – trinken kannst.

Subutex ist eine Tablette. Sie wird sublingual verabreicht. Das heißt, du legst sie unter die Zunge, wo sie langsam aufgelöst wird. Das ist wichtig, denn der Wirkstoff wird über die Schleimhäute im Mund aufgenommen und nicht im Magen.

Bei drogenabhängigen Frauen ist grundsätzlich jede Schwangerschaft eine Risikoschwangerschaft. Das heißt, dass du medizinisch besonders betreut werden musst.

Das geht allerdings nur, wenn du deinen Frauenarzt oder -ärztin über deinen Drogenkonsum informierst. Nur so können Risiken frühzeitig erkannt und behandelt werden.

Keine Angst: Ärzte unterliegen der Schweigepflicht.

Substitol: Neue Arzneistoffe für die Substitutionsbehandlung

In Österreich schon lange vor 2015, gibt es in Deutschland den Arzneistoff „Substitol“ nun erst seit rund 5 Jahren in der profesionellen Substitutionsbehandlung. Substitol ist Morphinsulfat. Ursprünglich stammt Morphin aus dem Milchsaft der Pflanze Papaver somniferum (Schlafmohn). Alle echten Opiate haben ihren Ursprung im Schlafmohn, bzw. Rohopium. Substitol wirkt – wie alle Opioide – sedierend, analgetisch, atemdepressiv und schlaffördernd. Morphin senkt den Blutdruck und die Herzfrequenz. Nur in geringen Dosen oder bei nicht-gewohntem Konsum kann Substitol auch den Rededrang fördern und agil machen. Wie alle Opiate macht Substitol körperlich stark abhöngig. Und das in kürzester Zeit.

Substitol wird dann ärztlich verordnet, wenn der Patient „austherapiert“ ist. Das bedeutet, dass Substitol dann verschreibungsfähig ist, wenn der Patient auf andere Substitute schlecht reagiert (extremes Schwitzen, Schläfrigkeit, Hautreizungen, Depressionen). Oder das Methadon, bzw. Polamidon zu schnell verstoffwechsel wird und die Entzugserscheinungen jeden Tag aufs neue zu früh anfangen.Ebenso wird vermieden, Substitol an sehr junge Patienten ohne therapeutischen Vorlauf zu verschreiben.

Es sollte nicht unerwähnt bleiben, dass die meisten mit Substitol substituierten Patienten sehr gut auf das Substitut ansprechen. Morphinsulfat hat auf molekularer Ebene starke Ähnlichkeit mit Heroin.

Substitol wird in der Regel in Kapseln verschrieben, welche das Medikament retadiert abgeben. Das bedeutet, das Medikament ist so aufgebaut, dass es binnen 24 Stunden langsam vom Körper aufgenommen wird.

Neu: Die Depotspritze mit dem Wirkstoff Bubrenorphin

Seit etwa einem Jahr ist die Depotspritze Buvidal auf dem Markt, das erste lang wirksame Buprenorphin-Präparat zur Substitutionsbehandlung. Das Mittel wird je nach Dosierung einmal wöchentlich oder monatlich unter die Haut gespritzt, der Wirkstoff wird kontinuierlich freigesetzt.

Damit ergeben sich völlig neue Perspektiven für den Betroffenen. Muß er nun nicht mehr täglich oder wöchentlich in die Arztpraxis gehen, was für viele Substituierte ohnehin ein Weg mit einigem Mißbehagen bedeutet. Nicht selten sind die Praxen auch ein Treffpunkt für „die Szene“ – und eine Behandlung, die Szenenfern sein sollte, ist mit all ihren Herausforderungen für den Betroffenen, gescheitert. Ist man in der Praxis angekommen, schaut einem schon der Pillendealer in die müden Augen und der Griff zu Benzos ist nicht mehr weit, bzw. vorprogrammiert.

Nach Gesprächen mit Betroffenen haben wir durch die Bank positives Feedback für die Depotspritze Buvidal bekommen. Vorausgesetzt das Buprenophin das Subnstitut der Wahl istr. Denn nicht jeder kommt mit Subutex zurecht.


Bedenke bitte, dass diese Informationen hier auf keinen Fall den Besuch eines Arztes ersetzen. Alle Informationen wurden mit besten Wissen und gewissenhaft zusammen gestellt. Trotzdem ist dies hier keine fachärztliche Informationszentrale. Wenn du Drogen nimmst und Schwanger sein solltest musst du unbedingt sofort einen Facharzt aufsuchen.

Filed under: AllgemeinTagged with: ,